Hochwasser und Dauerregen im Landkreis ErdingHochwasser verschont Siedlung am Seebach

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Anwohner des Seebachs helfen dem Bauhof beim Ausrollen des mobilen Deichs entlang der Straße nach Zeilhofen.
Anwohner des Seebachs helfen dem Bauhof beim Ausrollen des mobilen Deichs entlang der Straße nach Zeilhofen. Renate Schmidt

Vor drei Jahren wurden dort 30 Häuser geflutet, diesmal geht es glimpflich aus. Anwohner warten immer noch auf den Bau von Schutzmaßnahmen.

Von Thomas Daller, Dorfen

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Vorsichtiges Aufatmen am Seebach in Oberdorfen: Die Anwohner der Siedlung blieben vom Hochwasser am Wochenende verschont, die Erinnerung an den Katastrophenfall ist aber noch frisch. Damals, am 30. August 2021, wurden 30 Häuser geflutet, viele Gebäude wurden durch das Wasser so schwer beschädigt, dass sie auf Monate hinaus unbewohnbar waren. Die Stadt Dorfen hatte am Samstag einen mobilen Hochwasserdamm errichtet, um ein erneutes Überschwappen der Fluten über die Zeilhofener Straße zu verhindern. Die Anwohner hoffen, dass nun bald ein fester Wall auf der Westseite der Siedlung errichtet wird. Das soll voraussichtlich 2026 der Fall sein.

Thomas Schiesl vom Wasserwirtschaftsamt München war am Montag bereits zur Kontrolle in Oberdorfen. Er sichtete an Ort und Stelle, wie hoch das Wasser gestiegen ist und ob noch Bäume im Wasser liegen, die sich an Brücken verkeilen, „verklausen“ könnten. „Im Nachgang muss man das selbst in Augenschein nehmen und nicht nur Pegelstände am Bildschirm beobachten“, sagte er. Das diene dazu, noch bessere Grundlagen für künftige Hochwasser zu erstellen.

Stefan Homilius, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, war am Montag vorsichtig mit einer Prognose, ob die Gefahr bereits vorüber ist. Die Böden sind vollgesaugt, bei weiter anhaltendem Regen könnten die Pegelstände erneut steigen. „Die Sempt ist noch relativ ruhig, aber die Isen steigt schon wieder.“ Vor allem kleinere und mittlere Gewässer könnten bei anhaltenden Niederschlägen erneut volllaufen. „Eine Prognose ist relativ schwierig.“

Der mobile Damm an der Zeilhofener Straße, wo sich vor drei Jahren das Wasser schwallartig in die Siedlung am Seebach ergoss, wurde am Samstag vom Bauhof Dorfen zusammen mit Anwohnern errichtet und ist mittlerweile wieder abgebaut. Wenn das Wasser die Höhe des Straßendamms erreicht hätte, hätte sich der Damm durch den Wasserdruck aufgerichtet. Dazu kam es jedoch nicht.

Simone Ascher, eine Anwohnerin der Siedlung, deren Wohnzimmer vor drei Jahren 50 Zentimeter hoch unter Wasser stand, spricht dennoch von einer brenzligen Situation. Zum Glück habe ein weiteres Tief noch abgedreht, sodass die Pegel wieder runtergehen konnten. Es sei dringender Handlungsbedarf für den mobilen Wall gewesen.

Ein geregelter Durchlass soll entstehen

Der Dorfener Hochwasserreferent Gerald Forstmaier (GAL) war am vergangenen Samstag ebenfalls am Seebach und hat sich die Situation angesehen. „Da hat nicht viel gefehlt, da ging es nur noch um 30 Zentimeter.“ Forstmaier sagte, die Vorbereitungen für einen festen Hochwasserschutz für die Siedlungen würden bereits laufen. Die Stadt habe das Grundstück westlich der Siedlung bereits erworben. Darauf sollen erst Spundwände errichtet und darüber ein Wall aufgeschüttet werden. Ferner soll ein geregelter Durchlass gebaut werden, der die hohen Anstaumengen reduzieren soll.

Und zudem muss der Durchlass unter der kleinen Brücke im Osten der Siedlung vergrößert werden. Der Durchlass gilt als Nadelöhr bachabwärts Richtung Isen. Ein Ingenieurbüro habe die Pläne für die Stadt Dorfen erstellt. Zielsetzung dabei sei ein hundertjährliches Hochwasser plus 15 Prozent Klimazuschlag. Die Gesamtbaukosten werden auf 2,2 Millionen Euro geschätzt. „Mit dem Plan gehen wir nun ins Genehmigungsverfahren“, sagte Forstmaier.

Ralph Klinger ist seit dem Hochwasser vor drei Jahren der Sprecher der Siedlung am Seebach. Er schätzt den Pegel des Seebachs am Samstag auf etwa 40 Zentimeter bis Uferkante. Die Lage habe sich aber entspannt, als der mobile Damm aufgestellt worden sei. Nach seinem Kenntnisstand plant die Stadt mit der Fertigstellung des festen Damms auf dem westlichen Grundstück bis 2026. Die Pläne seien Anfang des Jahres im Natur- und Umweltausschuss vorgestellt worden. Jetzt könne man nur hoffen, dass es in der Zwischenzeit keine böse Überraschung mehr gebe.

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