Schausteller Seit 55 Jahren im Besitz der Familie

Das Kettenkarussell sei für Kinder "rasant genug, dass die kleinen Herzen in Bewegung kommen", sagt Alexander Diebold..

(Foto: Gerhard Wilhelm)

Alexander Diebold betreibt das Kettenkarussell auf dem Erdinger Herbstfest. Bei Kindern hat es seinen Reiz nicht verloren. Es ist ein "Dauerbrenner"

Von Sophia Belliveau, Erding

Seit 31 Jahren kommt Alexander Diebold bereits mit seinem Kettenkarussell auf das Erdinger Herbstfest. Das mit Blumen, Vögeln, Schlössern und Schmetterlingen verzierte Fahrgeschäft, das gleich am Eingang zur Erdinger Wiesn steht, ist seit 55 Jahren im Besitz der Familie Diebold. "Wir wissen aus Erfahrung, dass am Kindertag - der ist diesen Donnerstag - und am letzten Sonntag bei unserem Karussell am meisten Betrieb sein wird", sagt Diebold. Es sei aber an jedem Tag des Volksfestes viel zu tun, denn "das Kettenkarussell ist ein Dauerbrenner".

Trotz der immer größer werdenden Zahl an Mitbewerbern, die schnellere oder rasantere Fahrgeschäfte anbieten, ist sich der Erdinger Schausteller sicher, dass das Kettenkarussell bei Kindern nicht aus der Mode kommen wird. "Für die kleineren Kinder ist ein Kettenkarussell genau das richtige Fahrgeschäft: Es ist nicht so schnell, dass sie Angst kriegen, aber doch rasant genug, dass die kleinen Herzen in Bewegung kommen", so Diebold. Kinder sind die hauptsächliche Zielgruppe des Betreibers. "Erwachsene fahren selten mit, wenn dann als Begleitung für die Kleinen. Manchmal wollen aber auch Oma und Opa zusammen eine Runde fahren."

Damit die jüngeren Volksfestbesucher weiterhin gerne mit dem rosafarbenen Kettenkarussell fahren, investiert die Familie Diebold viel Zeit in die Instandhaltung ihres Fahrgeschäfts. "Wir bringen das Karussell wieder in Schuss, wenn gerade keine Volksfestsaison ist", erklärt Diebold. Was wegen vieler Vorschriften durchaus ins Geld gehen kann. Das Kettenkarussell hat "viele Einzelteile aus Holz, um die wir uns einzeln kümmern müssen". Auch während der Saison führt die Familie Diebold Renovierungsarbeit an dem mehr als 50 Jahre alten Karussell durch. "Letzte Woche haben wir gerade erst die Treppe gestrichen", sagt Alexander Diebold. Nach dem Ende des Erdinger Herbstfestes muss diese voraussichtlich noch einmal gestrichen werden: Die Kinder laufen die sieben türkisfarbenen Stufen mit so viel Elan hinauf, dass die Farbe bald wieder abgenutzt ist.

1988 übernahm er als selbständiger Schausteller das Familiengeschäft von seinem Vater, der von 1968 an jedes Jahr mit dem Diebolder Kettenkarussell in Erding war, wobei er bereits von seinem Sohn unterstützt wurde. Inzwischen ist die Familie Diebold von April bis Oktober auf Volksfesten in ganz Bayern vertreten. Wenn das Erdinger Fest vorbei ist, geht es weiter zum Michaelimarkt im schwäbischen Schwabmünchen. Von Ende November bis Weihnachten betreibt Alexander Diebold dann zusammen mit seiner Frau Susanne und ihrem gemeinsamen Sohn Fabian einen Maroni- und Glühweinstand auf dem Traunsteiner Christkindlmarkt.

In Erding betreibt Alexander Diebold nicht nur das Kettenkarussell, sondern auch die Pfeilwurfbude "Wilderer Alm". "Auf den meisten Festen wie hier in Erding oder auf dem Traunsteiner Frühlingsfest haben wir mehrere Stände. Es kommt aber auch vor, dass wir nur das Kettenkarussell mitnehmen, das machen wir zum Beispiel auf dem Pasinger Volksfest", sagt der Schausteller. Um Diebold die Arbeit, die die unterschiedlichen Stände verursachen, zu erleichtern, helfen seine Frau, sein Sohn und ein Mitarbeiter auf dem Herbstfest mit.

Wer in Erding selbst einmal mit dem Kettenkarussell fahren möchte, kann dies noch bis Sonntag, 9. September, tun. Die Preise liegen bei 1,50 Euro für Kinder und zwei Euro für Erwachsene. "Mir macht meine Arbeit nach so vielen Jahren immer noch Spaß und die Kinder, die mit dem Karussell fahren, sind immer begeistert", sagt Diebold.