Rotes Kreuz:BRK auf Kandidatensuche

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Die Vorstandsmitglieder Loher und Berther sind im Gespräch

Nach dem Wahldebakel beim Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuz (BRK) läuft intern die Suche nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten für den Vorstandsvorsitz auf Hochtouren. Im Gespräch sind insbesondere der bisheriger zweite Stellvertreter Jürgen Loher oder Schatzmeister Christian Berther. Ob einer der beiden bereit wäre, das Amt zu übernehmen, ist indes fraglich. Wer immer es wagt, dürfte jedoch mit breiter Zustimmung rechnen. Es ist nicht anzunehmen, dass die BRK-Mitglieder einen Kandidaten ein weiteres Mal demontieren werden.

Der am vergangenen Sonntag völlig überraschend, bei geringer Wahlbeteiligung gleichwohl nur knapp mit 82 zu 77 Stimmen abgewählte bisherige Kreisvorsitzende Franz Hofstetter machte noch einmal deutlich, dass er "definitiv nicht mehr zur Verfügung stehe". Der langjährige Taufkirchener Bürgermeister, aktuelle CSU-Bezirksrat und stellvertretende Landrat hat den Unmut der BRK-Basis wohl deshalb zu spüren bekommen, weil viele der Ansicht waren, die ehrenamtlichen Aktiven kämen im geschäftsmäßig geführten Kreisverband nicht genügend zur Geltung. Vor vier Jahren war deshalb der Wasserwacht-Aktive Siegfried Ippisch als Gegenkandidat zum Politprofi Hofstetter angetreten. Nach seiner Niederlage 2017 zeigt Ippisch jedoch kein Interesse mehr an einer neuerlichen Kandidatur. Der BRK-Kreisverband ist mit mehr als 10 000 zählenden Mitgliedern, einer breiten ehrenamtlichen Basis, aber auch einer ausgeprägten hauptamtlichen Struktur kein normaler Verein, sondern eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Das ist auch ein Grund, warum der Vorsitzende bislang stets ein Politiker war. Nachdem in Person von Hofstetter nun aber sogar ein allgemein beliebter Politiker von diesem Posten abgesägt worden ist, dürfte eine lange Tradition ihr Ende gefunden haben.

Die als mögliche neue Kreisvorsitzenden gehandelten Jürgen Loher und Christian Berther gehören zwar auch nicht unbedingt der aktiven BRK-Basis an. Als erfolgreicher Unternehmer (Loher) respektive Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Erding (Berther) brächten sie jedoch ausgewiesene Führungsexpertise mit.

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