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Regionale Lebensmittel in Erding:Es gibt Redebedarf

Der neue Wochenmarkt in der Karlstraße in Klettham findet bei der Premiere große Beachtung. Die Menschen kaufen nicht nur, sie sind auch froh, sich endlich mal wieder zu sehen

Von Antonia Steiger, Erding

Wenn die Anwohner auch künftig so gerne kommen und einkaufen, wird sich das Angebot wohl etablieren.

(Foto: Renate Schmidt)

Das Angebot kommt zum richtigen Zeitpunkt: Als am Dienstag um 8 Uhr der neue Wochenmarkt in Klettham an den Start ging, waren die ersten schon da. Zwei Stunden später eröffnete OB Max Gotz (CSU) den Markt offiziell. Da war die Freude, sich mal wieder zu sehen, unter den Anwohnern so groß, dass nicht alle den einleitenden Worten des Oberbürgermeisters lauschen wollten. Viele ratschten einfach weiter. Und dagegen kann auch der OB nichts haben. Denn schließlich sagte er selbst, dass es nicht nur darum gehe, sich mit frischen Waren zu versorgen, sondern auch darum, sich zu treffen und miteinander zu reden. Gerade jetzt.

OB Max Gotz (CSU) eröffnete den Markt offiziell.

(Foto: Renate Schmidt)

Jeden Dienstag wird künftig in Klettham Markttag sein. Die Stände mit Gemüse, Eier, Wein, Oliven, Obst, Schmalzgebäck und Nudeln und ein Food Truck stehen auf einer Wiese, die zu den Wohnblocks der Oberbayerischen Heimstätte gehört. Die Marktbeschicker werden nun wöchentlich kommen und dort von 8 bis 14 Uhr ihre Waren anbieten. Bernadette Karlstetter von der Stadtentwicklung hat die Kontakte geknüpft und viel Herzblut reingesteckt, lobte Gotz. Die Aufgabe sei gar nicht so einfach gewesen, sagte Karlstetter der SZ. Viele Hofläden aus dem Umland hätten entweder nicht genügend Personal oder keinen Stand. Am Ende ist sie aber doch fündig geworden. Und nun warten alle Beteiligten ab, ob sich das beiderseitige Interesse verstetigt: ob die Anwohner wie am ersten Markttag herbeieilen und mit Tüten und Taschen voller Gemüse und Obst wieder nach Hause gehen und ob die Anbieter mit dem Absatz zufrieden sein werden. Zwei Dinge fehlten allerdings bei der Premiere noch: ein Stand mit Brot und Brezen sowie Tische und Bänke, an denen man gleich alles verspeisen und weiterratschen kann. Beides soll noch folgen. Karlstetter ist bereits in Gesprächen, damit künftig auch Brot angeboten wird. Nächste Woche kommt ein Stand mit Steckerlfisch, der Weinhändler aus Österreich ist dagegen nur einmal im Monat da. Und Gotz versprach, Tische und Bänke aufzustellen, wenn die Entwicklung der Corona-Zahlen dies zuließen. Dann steht auch ausgedehnteren Gesprächen nichts mehr im Wege. Doch auch ohne Tisch und Bank war Redebedarf erkennbar: Da wurde der junge Hund gestreichelt, den man bislang nur vom Balkon aus gesehen hatte. Dort wurde über Elektroautos gefachsimpelt. Und eine Gruppe Anwohner besprach die enorme Lärmbelästigung, die für sie von der Baustelle der Sparkasse am Alois-Schießl-Platz ausgeht. Endlich konnte man sich wieder treffen.

Klein, aber fein ist das Angebot beim Kletthamer Markt.

(Foto: Renate Schmidt)

Es sei ihm ein besonderes Anliegen gewesen, den Markt möglichst schnell umzusetzen, weil das viele Bürgerinnen und Bürger gewünscht hatten, sagte Gotz. Der Markt ist ein Ergebnis des Quartiersmanagement, das die Stadt angestoßen hat, damit Klettham eine Mitte bekommt, damit sich die Menschen wohler fühlen und Nachbarn enger zusammenwachsen. Schon zum Auftakt des Quartiersmanagements haben die Anwohner der Stadt Erding ein Kompliment gemacht, wie Gotz sagte: 82 Prozent der Teilnehmer hätten in einer Umfrage betont, dass sie gerne in Erding leben.

Bald will die Stadt auch Tische und Bänke aufstellen, dann ist der Genuss perfekt.

(Foto: Renate Schmidt)
© SZ vom 12.05.2021
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