Digitale InfrastrukturHochtief baut Rechenzentrum in Dorfen

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In Dorfen entsteht im Gewerbegebiet an der A94 ein Rechenzentrum für den Landkreis Erding.
In Dorfen entsteht im Gewerbegebiet an der A94 ein Rechenzentrum für den Landkreis Erding. Thomas Daller

Den Strom liefern die Dorfener Stadtwerke, die mit der Abwärme über ihr Fernwärmenetz 400 Häuser beheizen können. Das Projekt hat Vorbildcharakter.

Von Thomas Daller, Dorfen

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Mit dem symbolischen Spatenstich ist am Freitag der Bau eines neuen Yexio-Rechenzentrums im Dorfener Gewerbegebiet an der Autobahn A94 begonnen worden. Auf dem gut 7500 Quadratmeter großen Areal entsteht ein dezentraler Knotenpunkt, der den Landkreis Erding künftig direkt mit Rechenleistung versorgt. Damit soll eine flächendeckende Versorgung für die Industrie und die öffentliche Hand sichergestellt werden.

Das Vorhaben ist Teil einer überregionalen Wachstumsstrategie. Die Firmen Hochtief PPP Solutions und Palladio Partners planen ein Netzwerk von 25 dezentralen Standorten mit Schwerpunkt Europa. Dorfen ist der dritte Standort in Deutschland und der erste in Bayern. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2027 geplant.

Hochtief hat mit den Stadtwerken Dorfen einen Partner gefunden, der die benötigten zwei Megawatt Strom liefert. Dazu wurde im September vergangenen Jahres ein Solarpark mit 3,5 Megawattstunden Speicher eröffnet, ebenfalls an der Autobahn gelegen. Die im Betrieb des Rechenzentrums entstehende Abwärme wird in das Fernwärmenetz der Stadtwerke eingespeist. Deren Geschäftsführer Klaus Steiner geht davon aus, dass mit der eingespeisten Wärme 400 Häuser beheizt werden können.

Das Rechenzentrum wird in Massivholzbauweise errichtet, das im Vergleich mit herkömmlichen Betonbauten etwa 600 Tonnen CO₂ einspart. Eine direkte Wasserkühlung ermöglicht zudem den effizienten Betrieb moderner Server, die speziell für KI-Anwendungen benötigt werden. Die installierte IT-Leistung liegt zunächst bei zwei Megawatt und kann bei steigendem Bedarf auf vier Megawatt verdoppelt werden. Eine begrünte Fassade ergänzt das ökologische Konzept.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, der zum Spatenstich gekommen war, bezeichnete Rechenzentren als Infrastruktur der Zukunft. „Vom Bauernhof über den Mittelständler, Arzt und Verwaltung hängt jeder dran.“ Dass mit der Abwärme auch noch 400 Haushalte geheizt würden, sei ein wertvoller Synergieeffekt. Die Wirtschaft erhalte einen besseren Datenfluss und die Infrastruktur werde durch die dezentrale Versorgung krisensicherer.

Spatenstich für das Rechenzentrum Dorfen mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Landrat Martin Bayerstorfer, Bürgermeister Heinz Grundner, dem Stadtwerkeleiter Klaus Steiner sowie den Geschäftsführern der beteiligten Firmen.
Spatenstich für das Rechenzentrum Dorfen mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger, Landrat Martin Bayerstorfer, Bürgermeister Heinz Grundner, dem Stadtwerkeleiter Klaus Steiner sowie den Geschäftsführern der beteiligten Firmen. Thomas Daller

Bernd Holtwick, Geschäftsleiter von Hochtief PPP Solutions, sagte, Deutschland und Europa müssten bei der Rechenkapazität souveräner werden. Deshalb plane man ein ganzes Netzwerk von Rechenzentren. In Deutschland befinde sich der größte Teil der Rechenkapazität in Frankfurt. „Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wenn da was passiert.“ Das Konzept großer, zentraler Rechenzentren müsse überdacht werden. Bei dem Neubau in Dorfen, der nachhaltig in die bestehende Infrastruktur integriert werde, sei künstliche Intelligenz das große Thema. Sie werde in Zukunft auch Roboter steuern. Aktuell sei bei der Digitalisierung die Landwirtschaft schon weiter als die Bauindustrie.

Ein Beispiel, wie moderne Infrastruktur heute gedacht werden muss

Stefan Küßner, Managing Director bei Palladio Partners, die in das Rechenzentrum investieren, sprach von strategischen Effekten: „Leistungsfähige und nachhaltig konzipierte Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung in Deutschland. Das Projekt in Dorfen zeigt exemplarisch, wie moderne Infrastruktur heute gedacht werden muss: dezentral, effizient und vernetzt. Wir gehen damit in die Fläche, in Städte am Rand der Ballungszentren.“

Bürgermeister Heinz Grundner sah im Spatenstich ein wichtiges Signal: „Für Dorfen ist dieses Rechenzentrum ein Gewinn. Wir schaffen hier die Basis für moderne Arbeitsplätze und digitale Dienstleistungen vor Ort. Besonders wichtig ist uns die Sektorkoppelung – also die Verknüpfung von Daten- und Energiewelt. Dass die Abwärme der Server für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden kann, macht das Projekt zu einem Vorbild für eine intelligente Stadtentwicklung.“

Als Hauptnutzer des Dorfener Rechenzentrums wird das Unternehmen Yorizon nachhaltiges Cloud-Computing und Green-IT-Services anbieten. Die Zielgruppen reichen von Software- und Plattformanbietern über mittelständische und große Unternehmen bis hin zur öffentlichen Hand.

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