Bauausschuss Taufkirchen:Post kann neuen Zustellstützpunkt bauen

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Bauausschuss Taufkirchen: Verwunderung hat im Rathaus Taufkirchen eine Stellungnahme der Stadt Dorfen zum geplanten Umzug der Post vom Norden in den Süden in der Gemeinde ausgelöst.

Verwunderung hat im Rathaus Taufkirchen eine Stellungnahme der Stadt Dorfen zum geplanten Umzug der Post vom Norden in den Süden in der Gemeinde ausgelöst.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Stadt Dorfen blamiert sich mit einer ablehnenden Stellungnahme zum geplanten Umzug der Post vom Norden in den Süden der Nachbargemeinde.

Von Thomas Daller, Taufkirchen

Der DHL-Zustellstützpunkt der Post zieht von der Reckenbacher Straße im Norden Taufkirchens in das neue Gewerbegebiet Flaring Süd am südlichen Ortsrand. Der Bauausschuss des Taufkirchener Gemeinderats hat den Bauantrag einstimmig genehmigt. Für Verwunderung sorgten allerdings die ablehnende Haltung der Nachbarstadt Dorfen, die auf einer falschen Annahme beruhte. Außerdem missfiel dem Ausschuss, dass die Post auf ihrem Gebäude offenbar keine Photovoltaikanlage eingeplant hat.

In dem Zustellstützpunkt werden Briefe und Pakete für die vier Holzlandgemeinden, die Gemeinde Taufkirchen und den Markt Velden angeliefert und verteilt. Der Vertrag für das Gebäude an der Reckenbacher Straße läuft Ende 2024 aus. Die Post will deshalb nun auf dem letzten freien Grundstück in Flaring Süd bauen.

Auf dem 4886 Quadratmeter großen Grundstück will die Post eine Halle mit 61,6 Metern Länge, 17,5 Metern Breite und einer Firsthöhe von 6,29 Metern errichten. Hinzu kommen 14 Beladeplätze in Form von Carports. Die Liste der beteiligten Ämter, Behörden, Bürgern und Fachstellen, die bei solchen Vorhaben um eine Stellungnahme gebeten werden, ist lang. Doch fast alle waren einverstanden, einzig die Nachbarstadt Dorfen hatte was zu meckern: Der Umzug führe auf der Bundesstraße B15 zu einer "signifikanten Steigerung des Schwerverkehrs", der auch durch die Stadt Dorfen verlaufe. Das sei "nicht hinzunehmen", hieß es in der Dorfener Stellungnahme.

Als gemeinsames Mittelzentrum sind beide Kommunen eigentlich zu engerer Zusammenarbeit verpflichtet

Diese Einschätzung führte zur Verwunderung im Taufkirchener Bauausschuss. Denn wenn der Stützpunkt über die A94 und weiter über die B15 beliefert werden würde, wäre es für die Anzahl der Lastwagen doch unerheblich, ob er sich im Norden von Taufkirchen befinde oder im Süden. Abgesehen davon fährt nur ein Lastwagen der Post von der A94 aus Dorfen an - und das ist derjenige, der die Post für Dorfen selbst bringt. Die Post für Taufkirchen und das Holzland gelangt auf anderen Routen zum Stützpunkt. Briefe werden aus Landshut gebracht, Pakete von Aschheim über Erding nach Taufkirchen. Ein Anruf der Stadtverwaltung Dorfen bei der Gemeinde Taufkirchen hätte genügt, und man hätte sich den Papierkram und das missbilligende Statement ersparen können.

Ein bisschen peinlich war die Sache auch, weil Dorfen und Taufkirchen seit der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans 2018 ein gemeinsames Mittelzentrum bilden. Damit hat man sie eigentlich zu engerer Zusammenarbeit verpflichtet. In Dorfen sprach man damals von einer Zwangsheirat, in Taufkirchen sah man es eher gelassen. Wie das aktuelle Beispiel zeigt, ist die Kommunikation zwischen den beiden Partnern zumindest auf Dorfener Seite unterkühlt. Mit dem Hinweis, ein Schwerlastverkehr der Post durch Dorfen nach Taufkirchen finde gar nicht statt, wurde der Einwand abgelehnt.

Moniert wurde im Bauausschuss, dass keine PV-Anlage auf dem Dach geplant ist

Einen Punkt bei der Planung aber monierte der Bauausschuss selbst: Auf der Planzeichnung sah man keine PV-Anlage auf dem Dach. Martin Huber (AfD) sagte, das Gebäude sei südlich ausgerichtet, die Post müsste doch zumindest für den Eigenverbrauch eine Anlage montieren. Ohne Anlage zu planen sei "nicht mehr zeitgemäß". Bürgermeister Stefan Haberl (CSU) stimmte zu. Schließlich stelle die Post zunehmend auf Elektrofahrzeuge um. Der Ausschuss empfahl in seinem Beschluss der Post, den Aufbau einer PV-Anlage auf den Dachflächen "ins Auge zu fassen".

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