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Polizei bleibt ohne Einsatz:Gute Stimmung und weniger Gäste

Die Polizei kommt in der Regel während der Ebersberger Festzeit nur zum Hendelessen auf den Volksfestplatz.

(Foto: Christian Endt)

Besucherrückgang beim Ebersberger Volksfest

Das 71. Ebersberger Volksfest ist wie gewohnt friedlich verlaufen. Allerdings gab es anders als in den vorherigen Jahren einen erkennbaren Rückgang bei den Besucherzahlen. Vergangenes Jahr kamen um die 30 000 Gäste auf den Ebersberger Volksfestplatz. "Dieses Jahr waren es weniger", wie Festwirt Martin Lohmeyer am Donnerstag mitteilte. Die Schausteller berichten von einem Rückgang von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Genauere Zahlen lassen sich derzeit noch nicht verkünden, da der Festwirt noch auf die Statistik der Brauerei wartet. Anhand des Konsums werden bei Volksfesten in aller Regel die Besucherzahlen ermittelt.

Für Festwirt Martin Lohmeyer war es das zehnte Volksfest als Veranstalter, und für Bürgermeister Walter Brilmayer das 26. und letzte Anzapfen. Die zehn Tage standen also unter besonderen Vorzeichen - und dennoch kamen weniger Gäste. Festwirt Lohmeyer sieht darin jedoch keinen Trend, eher eine Ausnahme. Seine Vermutung: "Die Verkehrsverhältnisse in Ebersberg und Umgebung waren wahrscheinlich nicht so förderlich", sagt er. Hinzu kommt das Wetter. Der Ebersberger August machte bisher vor allem mit steten Regenfällen auf sich aufmerksam.

Volksfestbesucher befeuchten sich ungern von außen, sondern viel lieber von innen, das liegt in ihrer Natur. Den besten Beweis dafür lieferte der Donnerstag, der Abend des Volksfestfeuerwerks - eigentlich ein Highlight der Festwoche. Kurz vor dem Abbrennen hörte es zwar auf zu regnen, zum Zuschauen kamen dann aber nur sehr wenige auf den Volksfestplatz. Lohmeyers Analyse fällt so aus: "Wenn es um halb acht noch immer regnet, gehen viele nicht mehr aus dem Haus."

Viel wichtiger aber: Von Schlägereien und Übergriffen blieb das Ebersberger Volksfest auch dieses Jahr verschont. "Wir hatten keinen Polizeieinsatz und keine Szenen, wo die Securitys massiv hätten eingreifen müssen", sagt Festwirt Lohmeyer. Eine Bilanz, die in Ebersberg fast schon Tradition ist. Lohmeyer hat das Volksfest der Kreisstadt zusammen mit dem Ebersberger Volksfestverein zu einem der kleinsten aber auch elegantesten seiner Art in der Region gemacht. Anders als auf den meisten Volksfesten im Großraum München kommt die Polizei während der Ebersberger Festzeit wenn dann nur zum Hendlessen auf den Volksfestplatz.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Besucherzahl verdoppelt, nun ging die Zahl im verregneten August 2019 erstmals leicht zurück. Und nächstes Jahr? Lohmeyer erklärt, dass die Vorbereitungen für die 72. Auflage bereits laufen. Es soll aller Voraussicht nach im August 2020 stattfinden, schon jetzt laufen Gespräche mit Schaustellern, erklärt Lohmeyer: "Erste mündliche Zusagen habe ich schon."

Dieses Jahr kamen die Volksfestbesucher in den Genuss eines Autoscooters. Er stand mitten auf dem Volksfestplatz und war so auch nach drei Mass Bier noch leicht auffindbar. Vor drei Jahren mussten die Gäste einmal auf ihren Autoscooter verzichten, dem Vernehmen nach hatte sich der Anbieter zurückgezogen, ein herber Verlust - aber wohl einmalig. "Zu 90 Prozent kommt der gleiche wie 2019 wieder zu uns", sagt Lohmeyer. Wahrscheinlich werden die blauen Fahrmarkerl von diesem Jahr noch gültig sein, meint er. Genau wie auf dem Oktoberfest. Dort hat der Ebersberger Autoscooter 2019 nämlich auch noch Station.