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Poetry Slam:Junge Poeten

Auch im Jugend- und Kulturhaus Sonic in Erding finden regelmäßig Poetry Slams statt.

(Foto: Renate Schmidt)

Wieder Poetry Slam in der Erdinger Stadthalle

Am heutigen Donnerstag, 4. Mai, organisieren die Veranstalter von Reimrausch zusammen mit dem Jugend- und Kulturhaus Sonic wieder einen Poetry Slam in der Erdinger Stadthalle. Das Format hat sich mittlerweile in der Stadt durchgesetzt und ist beliebt: Ein Poetry Slam ist ein moderner Wettkampf unter Poeten und Dichtern, sozusagen der Sängerkrieg der Neuzeit. Die Slammer haben sechs Minuten Zeit, mit ihren selbst geschriebenen Texten das Publikum für sich zu gewinnen. Dabei ist jegliche Form und jeder Inhalt erlaubt. Da trifft rhythmischer Sprechgesang auf eine Alltagsgeschichte, melancholische Poesie auf Comedy, romantische Liebeslyrik auf Sozialkritik und vieles mehr. Während in der Vorrunde eine Jury die drei Besten kürt, stimmen alle Zuschauer im Finale über den Sieger oder die Siegerin des Abends ab.

Das Veranstalter-Duo Reimrausch sind Mic Mehler und Christoph Hebenstreit. Die beiden veranstalten seit mehr als fünf Jahren Poetry Slams im Münchner Umland und sorgten im November 2016 beim ersten Slam in der Stadthalle für einen voll besetzten Kleinen Saal mit toller Stimmung. Mehler und Hebenstreit führen auch dieses Mal wieder durch das Programm.

Die Teilnehmer am heutigen Poetry Slam kommen aus ganz Bayern, aber auch zwei lokale Slammer sind dabei. Da ist zum Beispiel die 18-jährige Gina Grasy aus Erding. Sie, so heißt es in der Ankündigung, schreibe, seit sie denken kann. Aber erst Mitte 2016 ist sie durch Zufallen zum Slammen gekommen und "mag David Sedaris, Fleisch und so ziemlich jedes Genre Musik außer House". Aus Freising reist Philipp Potthast an. Er wurde 1994 in München geboren und tritt seit 2013 bei Poetry Slams auf. 2016 konnte er das Halbfinale der deutschsprachigen Meisterschaft erreichen. In einem seiner Texte reimt er "guter Ton" auf "Hurensohn", aber privat, heißt es, sei er ganz Ok.

Ein langjähriger Teilnehmer an Poetry Slams ist Flo Langbein aus Bamberg: Der "Lyrik-Rock'n'Roller, Punkpoet, Satiriker und Gesellschaftskritiker" zeige, dass "Poesie eben keine geschriebenen Worte auf Papier sind, sondern Emotion, Bewegung und Energie." Langbein wurde fränkischer Meister, stand beim Bayernslam 2015 im Finale, bei dem er auf mittlerweile drei Teilnahmen zurückblicken kann, und nahm an den deutschsprachigen Meisterschaften 2015 in Augsburg teil.

Aus Bamberg kommt auch die 22-jährige Maron Fuchs mit ihren lebensbejahenden Texten, neben ihr steht Oliver Walter aus Spalt mit seinem subtilem Humor auf der Bühne, und schließlich ist die Münchner CarolinA dabei, die 21-Jährige slammt seit 2012.

Tickets für die Veranstaltung am heutigen Donnerstag, 4. Mai, um 20 Uhr kosten 15 Euro an der Abendkasse und 13 im Vorverkauf.

© SZ vom 04.05.2017 / SZ

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