bedeckt München

Pflegenotstand:Ringen ums Personal

Die Sozialstation hat Probleme, neue Mitarbeiter zu finden

Die Auswirkungen des Pflegenotstands werden auch in der Sozialstation Neufahrn immer stärker spürbar: "Es ist wie eine Welle, die auf einen zurollt", sagt Leiterin Ivonne Gast. Man merke, dass sich Bewerber "die Stelle aussuchen können". Sie würden viel mehr Bedingungen als früher" stellen, und man sei auch immer öfter gezwungen, darauf einzugehen. Das bestehende Personal sei "absolut ausgelastet", leiste Überstunden und habe immer mehr Probleme mit der Kinderbetreuung und Wohnungssuche, so Gast weiter. In der Politik müsse mehr passieren, als nur "drüber zu reden".

Geschildert hat das Sozialstations-Team die Situation vor kurzem auch dem Grünen-Bezirksrat Johannes Becher, als dieser zu Fuß auf Wahlkampf-Tour durch den Landkreis war und dabei Station in Neufahrn gemacht hat. Pflegedienstleiter Richard Breininger betonte, dass man bei einem Discounter an der Kasse durchaus mehr verdienen könne als eine Pflegehilfskraft. Und laut Martin Ehrhardt, Leiter der Senioren-Tagesstätte Senta würden inzwischen sogar Prämien gezahlt, um Fachkräfte abzuwerben.

Dabei sei es wichtig, dass es Einrichtungen wie die Sozialstation Neufahrn gibt, ist sich das Team einig: "Durch Spenden und Mitgliedsbeiträge kann hier darauf geachtet werden, dass man dem Menschen gerecht wird und nicht dem finanziellen Ergebnis."

© SZ vom 16.07.2018 / bg
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema