In Pastetten ist gerade Feuer am Dach, seit bekannt ist, wo das neue Feuerwehrhaus für die beiden Wehren errichtet werden soll: Auf dem Bolzplatz hinter der Grundschule. Laut dem Vorentwurf fiele damit aber ein erheblicher Teil der grünen Freifläche weg, ebenso die 50-Meter-Laufbahn. Mehrere Eltern haben eine Unterschriftenaktion für den kompletten Erhalt des Sport- und Freizeitplatzes gestartet. Die erforderlichen 230 Stimmen für einen Bürgerentscheid haben sie jetzt beisammen. Bei der Gemeinderatssitzung am 18. Mai werden die drei Initiatorinnen die Listen an Bürgermeister Peter Deischl (Freie Wählergemeinschaft "Einigkeit") überreichen. Die Feuerwehr haben sie dabei auf ihrer Seite.
Seit vielen Jahren wird in Pastetten gerungen um Neubau, Umbau oder Sanierung, um ein gemeinsames Feuerwehrhaus oder zwei getrennte Gebäude. Das bisherige Haus ist absolut in die Jahre gekommen. Dass hier etwas geschehen müsse, da seien sich alle einig, sagt Bürgermeister Peter Deischl auf Nachfrage. Jetzt hat sich der Gemeinderat mit acht zu sieben Stimmen für ein gemeinsames Gebäude für die Wehren, Pastetten und Reithofen-Harthofen, entschieden - auf Gemeindegrund auf dem Bolzplatz.
Eine falsche Entscheidung, finden die Initiatorinnen des Bürgerentscheids zum Erhalt des kompletten Areals. "Wir sind weit über der erforderlichen Zahl", sagt Janina Schüler, eine der drei Initiatorinnen, auf Nachfrage der SZ am Montag. Sie verweist darauf, dass die Grünfläche der einzige Freizeitplatz in der wachsenden Gemeinde Pastetten sei und sowohl von Kindern als auch Jugendlichen genutzt werde, auch am Wochenende oder in den Ferien. Auch Kinder der Offenen Ganztagsschule, die im neuen Schuljahr startet, könnten hier spielen. Im Ort gebe es keine Alternative in dieser Größenordnung. Erst vor kurzem hätten einige Jugendliche einen Skatepark beantragt, der vom Gemeinderat positiv aufgenommen worden sei. "Wir sehen nicht, wo mit dem Neubau noch Platz ist für die Kinder und Jugendlichen ist", erklärt Schüler. Ein "Kleinfußballfeld" würde übrig bleiben. "Wir wollen, dass der komplette Sport- und Freizeitplatz erhalten bleibt."
"Der Standort ist auf jeden Fall falsch", davon ist auch Peter Lex, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pastetten, überzeugt. Da sei er sich mit Thomas Huber, dem 1. Kommandanten der Reithofener Wehr, einig. Das Thema schlage hohe Wellen. Er habe schon den Vorwurf gehört: Wegen der Feuerwehr müsse der Bolzplatz weichen. Das stimme so nicht. "Wir hatten hier nichts zu entscheiden", betont Peter Lex. Letztendlich sei ihm egal, "ob ein oder zwei oder fünf Häuser gebaut werden - bloß nicht auf dem Bolzplatz".
Seiner Ansicht nach wären zwei einzelne Feuerwehrhäuser schon die bessere Option, wenn das bestehende Haus renoviert und komplett saniert werden würde und ein zweites bedarfsgerechtes Feuerwehrhaus neu gebaut werden würde.
Der Vorentwurf, der in der jüngsten Gemeinderatssitzung abgesegnet wurde, sieht Schätzkosten von 6,3 Millionen Euro vor. Zehn Prozent könnten laut Architekt noch dazukommen. Das gemeinsame Feuerwehrhaus soll einen zweigeschossigen Mitteltrakt erhalten mit Umkleiden getrennt für beide Feuerwehren, Schulungs-, Bereitschafts- und Jugendräume, sowie je zwei Kommandantenbüros und Funkräume. Links und rechts schließen sich die Fahrzeughallen mit je drei Stellplätzen an.
Die Meinungen über den Standort gehen auch innerhalb von Parteien und Gruppierungen des Gemeinderats auseinander. Die einen finden die verbleibende Fläche für den Bolzplatz ausreichend, andere plädieren für den kompletten Erhalt des Freizeitareals. Bürgermeister Deischl hält sich auf Nachfrage bedeckt, er wolle vor der nächsten Sitzung nicht Öl ins Feuer gießen, sagt er. Der Standort am Bolzplatz habe sich "in der Diskussion im Gemeinderat" ergeben. Nun könnte es sogar sein, dass es zum Bürgerentscheid kommt, "außer wir finden vorher noch einen Kompromiss", so der Bürgermeister. Wie der aussehen könnte, könne er nicht sagen. Aber er habe alle Beteiligten im Blick, versichert Peter Deischl.
