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Oberding:Oberding stimmt gegen Mehrfamilienhaus

Ein Mehrfamilienhaus mit 72 Wohneinheiten soll an der Freisinger Straße in Schwaig entstehen. Der Gemeinderat hat den Bauantrag am Dienstag mit 19 zu 2 Stimmen abgelehnt. Nutzen wird es wohl nichts, wie Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) erklärte. "Vom Baurecht her ist es klar zu genehmigen." Mit dem Projekt ist aber auch der direkte Nachbar des Baugrundstücks nicht einverstanden, informierte der Bürgermeister den Gemeinderat. Dieser moniere, dass künftig "die Verkehrssicherheit der ohnehin stark frequentierten Freisinger Straße nicht mehr gegeben ist". Zudem sei das Gebäude sechs Meter höher als der übliche Bestand geplant und es würden nur Ein- bis zwei Zimmerwohnungen entstehen, die für Familien keinen Wohnraum böten. Vom Baurecht her dürfe der Antragsteller so bauen, wie geplant, betonte Mücke erneut. Die Höhe des Gebäude entspreche den beiden umliegenden Hotels. Auch die 127 Stellplätze würden in einer zweistöckigen Tiefgarage und sieben oberirdischen Stellplätzen nachgewiesen. Viele Räte störten sich an den Wohneinheiten, die im Schnitt eine Größe von 20 Quadratmetern besitzen. Die Planung entspreche nicht mehr "einer normalen Entwicklung auf dem Dorf", sagte Gemeinderat Christian Kaiser (Wählergruppe Oberding). Johannes Sandtner (CSU) wiederum war "zwiegespalten". Er sehe schon Bedarf an kleineren Wohnungen. Schließlich gebe es in Oberding auch Singles und junge Paare, die sich keine Doppelhaushälfte leisten könnten. Rainer Hellinger (Wählergruppe Schwaig) fasste es so zusammen: Er habe mit der Planung durchaus ein Problem, "doch das Ganze ist kein Wunschkonzert. Wir haben keinerlei Handhabung dagegen."

© SZ vom 21.11.2020 / regi
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