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Oberding:Ärger im Vorfeld

Die Kreisstraße ED 9 zwischen Niederding und Erding wird komplett saniert und ausgebaut. Die Gemeinde Oberding kritisiert mangelnde Koordinierung durch das Straßenbauamt

Ab Montag, 4. Mai, wird die Kreisstraße ED 9 von Niederding Richtung Erding bis zur Flughafentangente Ost (FTO) für mehrere Monate gesperrt. Das Projekt war seit Jahren immer wieder verschoben worden, jetzt geht es los: Die Beläge werden erneuert, Engstellen erweitert und eine Kurve wird begradigt. Im Gemeinderat Oberding hagelte es allerdings Kritik am Staatlichen Straßenbauamt Freising. Bürgermeister Bernhard Mücke (CSU) zeigte sich in der Sitzung am Dienstag verärgert, dass ein Koordinierungsgespräch im Vorfeld verweigert worden sei.

Im ersten Bauabschnitt wird der außerörtliche Teil zwischen dem Klosterweg und der Flughafentangente Ost bis Ende Juni, Anfang Juli saniert. Stellenweise wird zudem die Fahrbahn verbreitert. "Dabei wird auch die bestehende Linkskurve entschärft", heißt es in der Pressemitteilung des Straßenbauamts vom Donnerstag.

Danach folgt der zweite Bauabschnitt am Ortseingang Niederding zwischen der Gemeindestraße nach Reisen und dem Klosterweg, der circa vier Monate bis voraussichtlich Mitte November 2020 andauert. Hier werden die Fahrbahn der ED 9 sowie der bestehende Gehweg der Gemeinde saniert. "Des Weiteren wird die ehemalige Bahnunterführung abgebrochen und durch einen neuen Wellstahldurchlass ersetzt, der später wieder vom landwirtschaftlichen Verkehr genutzt werden kann", informiert das Amt in einer Pressemitteilung weiter.

Über den Isarkanal wird während der Bauarbeiten nur die schmale Brücke links von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Die breite Brücke rechts für den Autoverkehr wird zwar nicht abgerissen, aber der Fahrbahnbelag wird erneuert.

(Foto: Renate Schmidt)

Die Umleitung sieht so aus: Der Verkehr von Osten (Erding) und Süden kommend wird ab der Anschlussstelle Erding-Nord (St 2580/St 2084/ED 9) über die FTO in Richtung Norden bis zur Anschlussstelle Schwaig-Flughafen, weiter auf der St 2584 (Erdinger Allee) und auf der ED 5 Richtung Schwaig nach Oberding beziehungsweise Niederding geleitet.

Der Verkehr von Niederding/Oberding und Süden (Notzing/Moosinning) kommend wird über die ED 5 nach Schwaig beziehungsweise Norden sowie von Westen (ED 30/Freisinger Straße/Lohstraße) über die St 2584 (Erdinger Allee) zur FTO in Richtung Erding geleitet.

"Das Staatliche Bauamt Freising bittet alle betroffenen Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die auftretenden Behinderungen und die Anlieger um Nachsicht für die mit den Arbeiten verbundenen Beeinträchtigungen", heißt es in der Pressemitteilung des Straßenbauamts vom Donnerstag. Ärger hat es allerdings schon gegeben. In Oberding ist Bürgermeister Bernhard Mücke sauer. Bislang sei ein Koordinierungsgespräch im Vorfeld mit dem Straßenbauamt und allen Beteiligten üblich gewesen, betonte er in der Gemeinderatssitzung am Dienstag. "Dieses Gespräch ist uns verweigert worden." Er sehe die Durchführung äußerst kritisch. Zumal einige Fragen eine Woche vor Baubeginn "noch völlig offen" seien. Zum Beispiel die Frage, wie die Landwirte aus dem Gemeindebereich zu ihren Feldern kommen sollen. Oder ob bis 4. Mai die Notzufahrt für die Feuerwehr fertiggestellt werden könne.

Anfang Mai beginnen die Bauarbeiten. In der Gemeinde Oberding ist man allerdings verärgert, weil man sich übergangen fühlt.

(Foto: Renate Schmidt)

Felix Krötz, zuständiger Abteilungsleiter beim Straßenbauamt Freising, erklärt auf Nachfrage, dass ein Koordinierungsgespräch "stattfinden kann, aber nicht muss". Auf die schriftliche Anfrage des Amts Anfang des Jahres an alle Beteiligten, von Gemeinde bis Feuerwehr, sei aufgrund der geringen Rückmeldung "nicht absehbar gewesen, dass es problematisch sein wird". Zudem sei das Amt auch "ein bisschen überrollt worden" von der Kontaktsperre aufgrund der Corona-Pandemie, so Krötz. Vertreter des Straßenbauamts werden als Ansprechpartner regelmäßig vor Ort sein.

Skeptisch ist Oberding auch, ob bis 4. Mai Lagerplätze für Baufahrzeuge und -gerätschaften gefunden werden können. Passende Pachtgrundstücke würden mittlerweile anderweitig genutzt, "da werden Kartoffeln angebaut", so Oberdings Geschäftsstellenleiter Josef Steinkirchner in der Sitzung. Die Organisation der Lagerplätze sei Aufgabe des Bauunternehmens, sagt Felix Krötz. Bei einer Vollsperrung könnten auch Teile der Fahrbahn als Lagerfläche genutzt werden. "An manchen Fragen arbeiten wir noch dran", räumt Krötz ein. Nichts desto trotz sei er überzeugt, dass der Ausbau der ED 9 "heuer gut über die Bühne gebracht wird." Er rechne mit einer Fertigstellung Mitte November.

© SZ vom 24.04.2020

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