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Nur noch bis Jahresende:Interventionsstelle schließt

Nachfolge für die Kontaktstelle für Gewaltopfer noch nicht geklärt

Die Erdinger Interventionsstelle für Opfer häuslicher Gewalt schließt zum Ende des Jahres. Die Einstellung des Betriebs ist eine direkte Folge der durch Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) in einem Alleingang verantworteten Kündigung des langjährigen Trägers des Erdinger Frauenhauses, des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) München. Der Kreisverband des Roten Kreuzes (BRK) übernimmt zwar zum 1. März 2018 das Frauenhaus vom SkF. Über den Betrieb einer neuen Interventionsstelle verhandelt BRK-Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden aber derzeit noch mit dem Landkreis. Im Landratsamt scheint man davon ausgegangen zu sein, dass der von Landrat Bayerstorfer wegen angeblich unangemessen hoher Kosten gekündigte SkF auch die Interventionsstelle bis Ende Februar 2018 weiterführen werde.

Der SkF hat jedoch, wie das Landratsamt nun bekannt macht, bereits vor fünf Wochen mitgeteilt, dass die Interventionsstelle zum 31. Dezember schließt. Die Sozialpädagogin, die die Interventionsstelle aufgebaut und zehn Jahre lang geleitet hat, "steht nur noch bis zum Jahresende zur Verfügung", heißt es im Schreiben des SkF.

In einer Pressemitteilung beklagt das Landratsamt nun, die angekündigte Schließung käme "völlig überraschend". Weiter heißt es, "trotz des Angebots einer vollen Kostenerstattung" sei der SkF "nicht bereit, die Leistung über den Jahreswechsel hinaus zu erbringen".

Tatsächlich sind die Kosten der Interventionsstelle für Landrat Bayerstorfer ein Hauptgrund gewesen, dem SkF als Frauenhausträger zu kündigen. Bayerstorfer hatte laut der stellvertretenden SkF-Geschäftsführerin Alexandra Krois ihrem Verband einen unannehmbaren Vorschlag gemacht: "In den Verhandlungen hat er gesagt, dass wir das Frauenhaus weiterführen können, wenn wir darauf verzichten, einen Zuschussantrag für die Interventionsstelle zu stellen." Der SkF hätte demnach die Interventionsstelle selbst finanzieren sollen - oder sie schließen müssen.

Die Interventionsstelle, die der BRK als neuer Frauenhausbetreiber einrichten wird, werde den Landkreis laut Angaben von Geschäftsführerin van der Heijden 33 000 Euro im Jahr kosten. Das ist kaum weniger als die 37 500 Euro, die der SkF bislang erhalten hat. Van der Heijden betonte, eine Interventionsstelle sei eine kommunale Aufgabe und müsse vom Landkreis finanziert werde.