Nur für Events in der Stadt Erding hat Geld für die Kultur

Stadtrat passt Förderrichtlinien an und verankert dort auch den Jugendzuschuss

Von Antonia Steiger, Erding

Die Stadt Erding ändert ihre Kulturförderrichtlinien und passt sie damit den aktuellen Erfordernissen an, wie Patrik Goldes vom Kulturamt im Erdinger Rathaus den Stadträten in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses sagte. Unter anderem wird künftig ausdrücklich in den Förderrichtlinien drinstehen, dass nur Veranstaltungen unterstützt werden, die in Erding stattfinden. Events in einem Wirtshaus in Grucking, Eitting oder Walpertskirchen müssen die Kulturschaffenden demnach ohne Finanzspritze der Kommune auf die Beine stellen.

Grund dafür sind laut Goldes die oftmals günstigeren Mieten in Veranstaltungsorten außerhalb Erdings. Es sollte aber nicht Ziel der Kulturförderung sein, indirekt Gasthäuser außerhalb von Erding zu fördern. "Sehr wichtig" sei auch die bereits bestehende Vorschrift, dass ein Verein seine Heimat in Erding haben müsse, dass er seit mindestens drei Jahren bestehe und dass seine Mitglieder überwiegend ihren Wohnsitz in Erding haben müssen. Wert legt man neuerdings darauf, dass die Kulturschaffenden ihren Hauptwohnsitz in Erding haben; bislang reichte auch ein Zweitwohnsitz aus, um einen Antrag stellen zu können.

Diese strenge Form von Lokalpatriotismus endet, wenn es um die Volkshochschule Erding geht. Sie sei ausgenommen von der Forderung, dass nur Veranstaltungen in Erding förderfähig sind, das erwiderte OB Max Gotz (CSU) auf Nachfrage des CSU-Sprechers Jakob Mittermeier. Die VHS solle weiterhin unterstützt werden, auch bei Veranstaltungen außerhalb der Großen Kreisstadt.

Den allgemein gestiegenen Kosten wird nun auch die Höhe des Zuschusses angepasst. Bislang gewährte Erding bei Veranstaltungen einmalig 300 Euro, um ein Defizit abzudecken, falls dies nachgewiesen werden konnte; jetzt wird dieser Betrag auf 400 Euro angehoben. Vereine sind in der Vergangenheit aber auch auf die Stadt zugegangen, wenn sie einen Zuschuss für eine Fahrt und für Verpflegung haben wollten. Dies habe zuletzt überhand genommen, sagte Goldes. Kosten für Verpflegung und für Fahrten sind daher künftig nicht mehr förderfähig.

Analog zu den Sportförderrichtlinien wird auch im Kulturbereich die Jugendarbeit finanziell honoriert, bislang aber ohne dass dies irgendwo verankert gewesen wäre. Dieser Fehler wird nun korrigiert, künftig der Jugendzuschuss im Kulturbereich gemäß den Sportförderrichtlinien ausbezahlt, heißt es in der Satzung. Derzeit liegt er bei stattlichen 15 Euro pro Jahr Jugendlichem, der in einem Verein gemeldet ist. Die Stadträte im Verwaltungs- und Finanzausschuss waren restlos zufrieden mit der überarbeiten Fassung, nun muss noch der gesamte Stadtrat die neuen Richtlinien absegnen.