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Nordumfahrung für Erding:Ruhe für die Anwohner kleiner Straßen

Auch wenn viele nicht daran glauben: Landrat Martin Bayerstorfer prophezeit, dass viele Autofahrer die Erdinger Nordumfahrung nutzen werden. Der CSU-Mann wurde am Montagabend als Vorsitzender wiedergewählt.

Der alte und neue Vorsitzende des CSU-Kreisverbands heißt Martin Bayerstorfer. Der Landrat wurde am Montagabend im Fraunberger Gasthof "Strasser" mit großer Mehrheit von den 143 Delegierten der Ortsverbände in seinem Amt bestätigt. Auch sonst änderte sich die Besetzung der Führungsriege nicht. Zu gleichberechtigten Stellvertretern Bayerstorfers wurden Erdings Bürgermeister Max Gotz, Bundestagsabgeordneter Max Lehmer, Landtagsabgeordneter Jakob Schwimmer, und Fraunbergs Ortsvorsitzende Ulrike Scharf gewählt. Schatzmeisterin bleibt Moosinnings Rathauschefin Pamela Kruppa, als Schriftführer fungieren weiterhin Janine Krzizok und Burkhard Köppen.

Landrat Martin Bayerstorfer hat viel vor: Vor allem den Bau der Nordumfahrung für Erding will der wiedergewählte CSU-Kreisvorsitzende vorantreiben.

(Foto: Peter Bauersachs)

Alles war auf CSU getrimmt. Dass Bayerstorfer seinen Rechenschaftsbericht dazu nutzte, ordentlich die Werbetrommel zu rühren, war weniger erstaunlich. Doch sogar auf den Curry-Würsten waren die drei Buchstaben der Partei zu lesen, sorgsam in ihre Häute geschnitzt. Arbeitsreiche zwei Jahre lägen hinter dem Kreisverband, sagte Bayerstorfer. Das führte er unter anderem auf die Europa- und Bundestagswahlen zurück, die sehr erfolgreich bestritten worden seien. "Im Europa-Parlament ist die CSU jetzt als eigenständige Partei vertreten."

Dass die CSU somit auf allen Ebenen Verantwortung übernehme, sei ein Alleinstellungsmerkmal, das in Zukunft noch stärker verdeutlicht werden müsse. Bayerstorfer betonte die große Aktivität seiner Partei auf Kreisebene, die sich in den Anträgen, die sie in den vergangenen zwei Jahren im Kreistag gestellt habe, widerspiegele. "Energiekonzept, Palliativversorgung, 15 vom Landkreis unterstützte offene Ganztagsklassen, eine Fachakademie für Sozialpädagogik oder die Ergänzung des Energie-Atlasses."

Als große Herausforderung in der Zukunft bezeichnete der Kreisvorsitzende die Nordumfahrung der Stadt Erding. Durch die Zahlung von fünf Millionen Euro aus dem Umland-Fond bestehe die Chance, dieses gewaltige Projekt umzusetzen. 100 Millionen ist der Fond der Flughafen München Gesellschaft schwer. Die Hälfte soll im Falle des Baus einer dritten Startbahn dem Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in den beiden Landkreisen Erding und Freising dienen.

"Wir haben deshalb nur diese fünf Millionen, die unabhängig von einer dritten Startbahn ausgezahlt werden, für die Umfahrung eingeplant, weil wir davon ausgehen, dass sie nicht kommen wird", sagte Bayerstorfer. Kritikern der Nordumfahrung sagte er: "Ja, die Umfahrung wird vom ersten Tag an hoch frequentiert sein und ja, es wird Betroffenheiten geben." Aber die gebe es jetzt auch, nämlich entlang der vielen überlasteten kleineren Straßen im Landkreis.

Gestiegene Wirtschaftskraft, enorme Zuwächse in der Touristik-Branche, geringe Arbeitslosigkeit, es gab kaum etwas, was Bayerstorfer nicht auf die Fahnen der CSU schrieb. Dennoch war nicht alles eitel Sonnenschein. Stellvertreter Jakob Schwimmer erhielt "nur" 122 von 143 möglichen Stimmen, und spielte scherzhaft den Beleidigten: "Denen, die mich nicht gewählt haben, komme ich schon noch auf die Schliche."