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Neue Ortsverbände:Nicht nur Mitglied, sondern aktiv sein

Grüne im Landkreis verzeichnen seit der Landtagswahl 2018 einen erheblichen Zulauf

Im vergangenen Herbst konnten die Grünen bei der Landtagswahl in Bayern große Erfolge feiern. Auch im Landkreis Erding sind die Auswirkungen der Wahl nun spürbar: "Es läuft tatsächlich seitdem gut, der positive Effekt hält an", sagt die Vorstandssprecherin des Kreisverbandes der Grünen im Landkreis, Helga Stieglmeier. Es gebe zum Beispiel immer mehr Neu-Eintritte in die Partei. Während die Grünen im Jahr vor der Landtagswahl ungefähr 100 Mitglieder hatten, waren es im Dezember 2018 bereits knapp 140. 2019 gab es schon mehr als zehn Eintritte. "Viele Leute wollen nicht nur Mitglied werden, sondern auch innerhalb der Partei aktiv sein", so Stieglmeier. Außerdem haben die Grünen im Landkreis Erding 2019 bereits drei neue Ortsverbände gegründet und sind somit inzwischen in Dorfen, Isen, Erding, Finsing, Wartenberg, Wörth und Forstern vertreten.

Einer dieser neuen Standorte ist in Finsing. Dort wählten die Mitglieder des Ortsverbandes vor vier Wochen Andrea Struck zur ersten Sprecherin, Hans-Jörg Stietzel zum zweiten Sprecher und Anneth Burgarth zur Beisitzerin. In Wartenberg gibt es nun ebenfalls einen neuen Ortsverband. "Das Spannende ist, dass so viele Leute in letzter Zeit aktiv geworden sind. Die Ortsverbandsgründungen gehen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus, die sich engagieren wollen", erklärt Vorstandssprecherin Stieglmeier.

Nach der Gründung des Standpunktes in Wartenberg seien wieder vier neue Mitglieder in die Partei eingetreten. "Die Ortsverbände stellen auch wirklich etwas auf die Beine, da passiert dann was. In Forstern zum Beispiel hat der Verband zwei Veranstaltungen und einen Stammtisch organisiert."

Das Alter der politisch-engagierten Neu-Grünen ist laut Stieglmeier bunt gemischt. "Früher war es so, dass junge Menschen nicht auf kommunaler Ebene aktiv waren, weil sie sich nicht an ihre Heimatorte binden wollten, sondern auf dem Sprung in die große Stadt waren. Das scheint sich jetzt zu ändern." Die neue Sprecherin des Verbandes in Wartenberg beispielsweise sei eine 22-jährige Studentin und den Finsinger Standort leiten zwei junge Frauen im Alter von ungefähr 30 Jahren. "Es gibt aber auch ältere Mitglieder - Die Mischung macht's", so Stieglmeier.

Die Ortsverband-Neugründung der Grünen in Wörth hat sich um ein paar Wochen verschoben: "Wir wollen bei jeder Gründung einen Vertreter der Grünen auf Landes- oder Bundesebene dabei haben. Nach Wörth kommt der Landtagsabgeordnete Johannes Becher, der an unserem ursprünglichen Termin keine Zeit hatte", erklärt Stieglmeier. Trotz der Fülle an neuen Standorten gebe es aber immer noch einige leere Flecken im Landkreis, an denen die Grünen noch nicht vertreten sind. "Wir wollen das aber nicht über's Knie brechen. Es ist schön, wenn die Leute von selbst auf uns zukommen und etwas in der Partei tun wollen." Der Mitglieder- und Verbandszuwachs sei aber auch jetzt schon sehr erfreulich. "Bis zum vergangenen Jahr hatten wir im Landkreis Erding ja nur in Dorfen einen Standort, jetzt haben wir insgesamt sieben", sagt Stieglmeier.

Die Europawahlen im Mai stehen zur Zeit im Fokus der Partei. "Die kommende Wahl ist uns sehr wichtig, im Mai wird es im Landkreis einige Veranstaltungen dazu geben." Die nächste Wahlveranstaltung im Landkreis findet am Montag, 20. Mai, mit dem europapolitischen Sprecher der Landtagsfraktion Florian Siekmann statt. Am Tag darauf hat der Ortsverband Forstern einen Stammtisch zum Thema Europa organisiert, an dem auch der Landtagsabgeordnete Johannes Becher teilnehmen wird. Jeden Samstag sind die Grünen zudem mit Infoständen im Landkreis vertreten.

Im Blick auf die Zukunft konzentrieren sich die Erdinger Grünen vor allem auf die Kommunalwahlen im März 2020. "Unser Ziel ist es, in möglichst viele Gemeinderäte zu kommen", so die Vorstandssprecherin des Kreisverbandes. Zudem hoffe die Partei, die Anzahl ihrer Kreisräte zu erhöhen. "Im Moment haben wir sechs Kreisrätinnen. Wir sind optimistisch, dass hier ein Ausbau möglich sein wird", so Stieglmeier. Außerdem seien die Grünen daran interessiert, im Landkreis mehr Listen mit Grünen-Anteil anbieten zu können. "In Dorfen gibt es ja schon lange die Grün-Alternative-Liste, aber wir möchten uns bei den nächsten Kommunalwahlen breiter aufstellen."