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Neue Amtsperiode:Ein neues Team

Kreistag Erding

Das neue Dreigestirn an der Spitze des Landkreises: Landrat Martin Bayerstorfer (Mitte) mit Rainer Mehringer (links) und Franz Hofstetter.

(Foto: Renate Schmidt)

CSU und Freie Wähler wollen im Kreistag zusammenarbeiten. Neuer stellvertretender Landrat ist Franz Hofstetter. Mit noch breiterer Mehrheit kürt das Gremium Rainer Mehringer zum weiteren Stellvertreter

Dieser Start in die neue Amtsperiode ist rundum als geglückt zu bezeichnen: Der Erdinger Kreistag hat am Montag den stellvertretenden Landrat gewählt sowie einen weiteren Stellenvertreter. Mit breiten bis sehr breiten Mehrheiten kürte das Gremium den bisherigen Taufkirchener Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) zum stellvertretenden Landrat. Das andere Amt ging an Rainer Mehringer (Freie Wähler). Die beiden folgen auf Jakob Schwimmer (CSU) und Gertrud Eichinger (SPD). Nach der Sitzung erklärte die CSU, man habe mit den Freien Wählern Zusammenarbeit vereinbart. An der Wahl der Stellvertreter war dies bereits erkennbar.

Noch bevor die 22 neuen Kreisräte am Anfang der Sitzung vereidigt wurden, signalisierte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) den Grünen, dass er auf ihren Wunsch einzugehen bereit sei, einen Ausschuss für Klima-, Umwelt- und Naturschutz (AKUN) mit ihm als Vorsitzenden und zwölf Kreistagsmitgliedern einzurichten. Dies ist offenbar als weiteres Signal zu einer parteiübergreifenden Zusammenarbeit interpretiert worden; denn bei der Wahl zum Stellvertreter des Landrats marschierte der neue Grünen-Fraktionssprecher Florian Geiger nach der Nominierung des einzigen Kandidaten Hofstetter ans Mikrofon und verkündete, die Grünen würden den CSU-Kandidaten wählen und auch die Wahl des weiteren Stellvertreters mittragen, damit die Kandidaten "nicht von den Stimmen der AfD abhängig sind", einer Partei, "die man rechtsextremistisch nennen darf und bei der man manche als Faschisten bezeichnen darf". Geiger sagte weiter, es sei wünschenswert, dass die demokratischen Kräfte zusammenarbeiteten. Auch die Grünen seien bereit, gute Ideen zu unterstützen. Sie wollten sich aber auch "dem Wettbewerb stellen" und die sachliche Auseinandersetzung suchen. Bei der Wahl der beiden Stellvertreter suchten die Grünen den Schulterschluss.

Von 61 abgegebenen Stimmen waren 57 gültig. Auf Hofstetter entfielen 46 Stimmen, fünf votierten für Helga Stieglmeier (Grüne), vier für Ursula Eibl (CSU) und je einer für Georg Els und Maria Grasser (beide FW). Er sei sich der Verantwortung bewusst, sagte Hofstetter und dankte den Kreisräten für das große Vertrauen, Er wünsche sich, dass die "Ideenvielfalt in diesem Gremium zum Wohle des Landkreises" genutzt werde. Hofstetter genießt über die Grenzen seiner Partei hinaus großes Vertrauen, er sitzt im Bezirkstag und hat Taufkirchen 24 Jahre lang als Bürgermeister geprägt. Immer wieder hat er mit Bürgerbefragungen die Wünsche der Taufkirchener abgefragt und sie mit dem Gemeinderat umgesetzt. Ein zentrales Anliegen war für Hofstetter die Familienpolitik. Er baute Kindergärten in Taufkirchen und Moosen, das Mehrgenerationenhaus und führte die Schulsozialarbeit ein. Zum weiteren Stellvertreter des Landrats wählten die Kreisräte anschließend den Erdinger Rainer Mehringer. Ihn hatte Georg Els vorgeschlagen, der selbst auch als Stellvertreter des Landrats im Gespräch war. Weil es in der Landkreisordnung so geregelt ist, wie Bayerstorfer sagte, wurde der weitere Stellvertreter nicht in einer geheimen Wahl, sondern per Handzeichen gewählt. Bis auf zwei bekam Mehringer alle Stimmen. Auch er nahm die Wahl an.

© SZ vom 26.05.2020

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