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Nachwuchsturnerin aus Erding:Auf dem Sprung zum Profi

Üben, üben, üben: Das ist für Theresa Dorn keine Pflicht, sondern selbstverständlich. Die Elfjährige ist Bayerische Meisterin im Gerätturnen, andere Hobbys hat sie trotzdem noch.

Viel Zeit hat Theresa Dorn nicht, um darüber zu reden, wie sie bei den Bayerischen Einzelmeisterschaften im schwäbischen Illertissen gewonnen hat - zum ersten Mal überhaupt, seit sie turnt. Sie muss noch ihre Hausaufgaben machen, dann fährt ihre Mutter sie gleich zum Training, denn Theresa Dorn ist erst elf Jahre alt und das Training findet recht weit entfernt von Erding statt - nämlich in München, im Leistungszentrum des Bayerischen Landeskaders.

Theresa Dorn will hoch hinaus und übt mit eiserner Disziplin. Die Elfjährige ist Bayerische Meisterin im Geräteturnen.

(Foto: Peter Bauersachs)

Montags, dienstags, freitags und samstags trainiert sie dort, donnerstags in Unterföhring beim TSV Unterföhring. Das bedeutet jedes Mal eine Fahrzeit von einer knappen Stunde. Theresa Dorn zählt die Trainingstage auf wie die Namen von guten, alten Bekannten. Es klingt bereits die Routine der begabten Sportlerin durch.

Seit sie fünf Jahre alt ist, turnt die Erdingerin, seit ihrem sechsten Lebensjahr im Leistungszentrum in München. Bei den Bayerischen Einzelmeisterschaften zu gewinnen ist trotzdem etwas Besonderes für sie gewesen. "Bei Oberbayerischen habe ich ja schon mal gewonnen", sagt sie, "aber das ist einfach noch schöner."

Am Stufenbarren siegte sie in Illertissen nach Punkten, außerdem am Balken. Beim Sprung wurde sie Zweite. "Eigentlich bin ich ziemlich zufrieden", sagt sie, "es hat alles ganz gut geklappt an den Geräten, an denen ich auch eine Medaille bekommen habe." Nur beim Bodenturnen, einer ihrer Lieblingsdisziplinen, hatte sie einen Wackler. Da fiel sie auf den Po.

"Das hat mich schon ein bisschen geärgert, ich habe mich dann aber direkt auf das nächste Gerät konzentriert, auf den Sprung." In der Bodenkür selbst hat sie sich auch schnell wieder gefangen. Fangen müssen. Diese Disziplin verzeiht nämlich keine Sekunde, die man mit Ärgern verschenkt. Es läuft Musik, es muss immer weitergehen, sonst kommt die Turnerin aus dem Takt der Kür und turnt den Noten hinterher. Und das gibt auch wieder Punktabzug.

Ihre Leistung bei den Meisterschaften reichte am Ende trotz des Wacklers für den Gesamtsieg und Theresa Dorn nahm vier Medaillen mit nach Hause, drei goldene und eine silberne. Die kommen jetzt in das selbe Fach in ihrem Zimmer, in dem auch schon ihre Pokale und die anderen Medaillen gut verstaut sind. Sie zählt kurz durch - acht Pokale sind es, "und ganz viele Medaillen. Aber die zähle ich jetzt nicht alle", sagt sie und lacht.

Es bestehen aber nicht alle Tage aus Training: Am Mittwoch, "da müsste ich eigentlich auch trainieren", schiebt sie ein, singt sie im Erdinger Kirchenchor von Sankt Johann, und bald will sie nicht mehr nur Klarinetten-Einzelunterricht nehmen, sondern im Jugendorchester der Stadtkapelle mitmachen.

Eine Weile muss das freilich noch warten: Jetzt steht an diesem Wochenende erst einmal der Deutschland-Pokal in Dortmund an, für den sie sich in Illertissen qualifiziert hat, und am Wochenende danach ein bundesweites, offenenes Turnier in Berlin.