Museums-Altbau Die Handwerker kehren zurück

Neue Heizungen, Fenster und Böden für 900.000 Euro: Nach Abschluss der Arbeiten am Neubau des Erdinger Museums steht nun die Sanierung des Altbaus bevor.

Von Jennifer Back

Noch sieht es recht karg aus im Altbau des Museums in Erding. Die früheren Ausstellungen wurden demontiert und eingelagert, Einbauten entfernt, Böden herausgerissen, Wände durchgebrochen. Nur mittels der lebhaften Erzählungen des Museumsleiters Paul Adelsberger kann man sich vage vorstellen, wie es hier einmal aussehen soll.

Der im Juni eröffnete Neubau des Erdinger Museums glänzt in der Sonne, jetzt soll auch der Altbau erstrahlen - und wird für 900.000 Euro saniert.

(Foto: Peter Bauersachs)

Nach und nach sollen die Themenkomplexe der bisherigen Ausstellungen im Altbau wieder aufgebaut werden, "jedoch in äußerlich, teilweise auch inhaltlich veränderter Form", sagt Adelsberger. Mitte nächsten Jahres soll das Gebäude mit der Ausstellung "Alltagsleben in Erding" wiedereröffnet werden. Dort könne man, so Adelsberger, wie schon vor der Renovierung, die Lebensumstände der Erdinger im 19. und 20. Jahrhunderts ergründen. Die Ausstellungen zur Vor- und Frühgeschichte, zur Kirchenkunst und Volksfrömmigkeit sowie zur Stadtgeschichte sollen jeweils im Abstand eines Jahres folgen.

"Die Eröffnung des Neubaus im Juni dieses Jahres haben wir als Anlass für die Renovierung des Altbaus genommen", sagt Adelsberger. Es würde das Museum heizkostentechnisch günstiger kommen, wenn im Altbau neue Heizungen, Lüftungen und Fenster eingebaut seien, erklärt der Museumsleiter. Zudem sollen neue Böden gelegt und die Fassade renoviert werden. Das Museum soll zukünftig nur noch über den Neubau betreten werden können, da sich dort künftig der Eingang befindet.

Im Frühjahr nächsten Jahres sollen die Sanierungsarbeiten dann abgeschlossen sein. "Wann die Ausstellungen wieder komplett aufgebaut sein werden, kann man noch nicht vorhersehen, noch befindet sich der Umbau in der Planungsphase", sagt Christian Wanninger, Sprecher der Stadt. Die veranschlagten Kosten der Sanierung würden sich auf etwa 900.000 Euro belaufen. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, hätte die Planung des Umbaus in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden müssen, so Wanninger.

Für die inhaltliche Gestaltung sowie für die wissenschaftliche Betreuung der Dauerausstellung zur Vor- und Frühgeschichte wird der Archäologe Harald Krause eingebunden. Neben der Konzipierung der Abteilung würde er auch ein Informationsblatt, einen sogenannten Abteilungsführer, für die Besucher entwerfen, wie Wanninger mitteilt.

Die Ausstellungen im Neubau über Loderer und Schrannen sowie über noch bestehende oder ehemalige Erdinger Firmen sind laut Adelsberger gut besucht. Zudem würden die neu eingerichteten Tagungsräume von Gruppen und Schulklassen häufig genutzt.