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Museum Erding:Museum peilt mehr als 5000 Besucher an

Sieben Monate nach der Einweihung scheint das Ziel des Leiters für das erste Jahr in greifbarer Nähe.

Erding - "Es läuft so weit ganz gut." Der Leiter des Museums Erding, Paul Adelsberger, sieht sein Haus im Plansoll. Seitdem der goldglänzende Neubau in der Prielmayerstraße am 25. Juni vergangenen Jahres eröffnet wurde, sind mehr als 3000 Menschen gekommen, um sich die neuen Räume und die Ausstellungen zum Glockengießer- und Lodererhandwerk anzusehen. Adelsberger hatte sich persönlich die hoffnungsvolle Marke von 5000 Besuchern im ersten Jahr nach der Neubaueinweihung vorgegeben. Nach gut sieben Monaten sieht es so aus, als ob dieses Ziel gut geschätzt und locker erreichbar sein sollte.

Fast 5000 Besucher kann das Erdinger  Museum bereits verzeichnen.

(Foto: Peter Bauersachs)

Ein wahrer Renner ist allerdings die wunderbare Bilderwand mit einer Vielzahl historischer Fotos, außen am Gebäude. Ein echter Publikumsmagnet sei diese Wand, freut sich Adelsberger. Da stünden fast immer Passanten davor, um zu gucken und zu staunen. Und mit ein wenig Wehmut in der Stimme fügt Adelsberger an, "wenn wir auch die alle noch als Besucher mitzählen könnten ...". Aber immerhin: Die Fotowand taugt offensichtlich als Außenwerbung und - da sie sich ja im Inneren des Museums fortsetzt - als lockender Wegweiser.

Ein nicht unbedeutender Teil der bisherigen Besucher waren Schulklassen und ein paar Kindergartengruppen. 20 Vormittagsführungen für nicht ganz freiwillig gekommene Kinder und Jugendliche haben Adelsberger und seine Mitarbeiter in den vergangenen Monaten gemacht. In den Weihnachtsferien gab es jedoch erstmals auch eine offene Kinderführung, die mit etwa 25 Kindern "einigermaßen gut besucht war", betont Adelsberger. Ein kontinuierliches museumspädagogisches Angebot ist aber erst im Vorbereitungsstadium. Ein Raum, in dem Kinder zum Beispiel wie ein früherer Erdinger Loderer selbst aus Wolle Filzstoff walken können, ist zwar da. Doch noch fehlt das Personal für solche Aktionen, für die externe Honorarkräfte gewonnen werden sollen - "wir sind aber schon an Leuten dran".

Für erwachsene Besucher will Adelsberger in Kürze eine regelmäßige öffentliche Abendführung einführen. Auch hier ist er jedoch noch am Überlegen. Man suche den geeigneten Tag, vielleicht Donnerstag, den geeigneten Turnus, vielleicht alle zwei Woche, und die rechte Zeit, vielleicht 19 Uhr. Genaueres werde in Bälde bekanntgegeben. Die Nachfrage nach angemeldeten Führungen für Gruppen und Vereine entwickle sich bereits recht positiv, sagt Adelsberger. Allmählich spreche sich die Existenz des erneuerten Erdinger Museums herum.

Aus den Nachbarlandkreisen und aus München seien in letzter Zeit nicht wenige Gruppen gekommen. Auswärtige Besucher von noch weiter her finden hingegen selten den Weg ins Museum: "Erding ist eben kein typischer Tourismusort." Zwei Chinesen hätten mal ganz kurz reingeschaut, zwei Australier fragten nur nach dem Weg zum Erdinger Weißbräu.

Bereits regelmäßige Gäste sind dafür das Katholische Bildungswerk und der Archäologische Verein Erding. Zu Vorträgen kamen mitunter sogar schon so viele Besucher, dass der Platz im mit Beamer, Leinwand und Tonanlage bestens ausgerüsteten Vortragsraum knapp wurde. Grundsätzlich steht das Museum für fast jede Art von Firmen-, Privat- oder Vereinsveranstaltungen zur Verfügung. So feierte ein Erdinger Traditionsunternehmen im Museum ein Firmenjubiläum, und ein Geldinstitut mietet die Räume für eine Kundenveranstaltung in einem etwas anderen als sonst üblichen Ambiente. Die Renovierung des Altbaus geht zwar weiter. Der Zeitplan ist jedoch etwas ins Stocken geraten ist. Mit einer Eröffnung des gesamten Museums mit den weiteren Abteilungen Vor- und Frühgeschichte, Stadtgeschichte, Kirchenkunst, Alltag in Erding sowie Handwerk, Gewerbe und Wirtschaft ist nicht vor Herbst 2012 zu rechnen.