Multitouchscreens in Altenerding Das können auch die Lehrer

Schule kann offenbar doch Spaß machen: Die Lehrerin und Systembetreuerin Katrin Herold demonstriert die Möglichkeiten der neuen Multitouchscreens an der Mittelschule Altenerding.

(Foto: Stephan Görlich)

Die Mittelschule Altenerding bekommt als erste Schule in Erding neue Multitouchscreens. Und alle sind begeistert. Das System ist leicht zu lernen, die Oberfläche ist kratzfest und die Wartungsfirma sitzt in Dorfen

Von Sophia Neukirchner, Erding

Die Kreidezeit an den Erdinger Grund- und Mittelschulen ist vorbei. Gut eine Million Euro investiert die Stadt, um alle sechs Grundschulen und die beiden Mittelschulen bis Ende 2019 mit 108 interaktiven Tafelsystemen auszustatten. Die Mittelschule Altenerding ist nun die erste, die mit den sogenannten Multitouchscreens ausgestattet wurde, 14 Geräte sind seit Mitte November im Einsatz und haben alle herkömmlichen Kreidetafeln ersetzt. "Damit hat der Schulstandort Erding wieder die Nase vorn", sagt Oberbürgermeister Gotz (CSU) bei der Vorführung an diesem Dienstag. In Deutschland gebe es keine andere Stadt, die Multitouchscreens in dieser Größenordnung für Schulen abgenommen hat, bestätigt ein Vertreter der Herstellerfirma Galneoscreen bei der Vorführung der Geräte.

Ganz schnell ist man im Internet

"Wir hatten bisher nur herkömmliche Tafeln und leisten damit einen riesen Sprung", sagt Schulleiterin Karin Rausch. Bisher wurden die Kreidetafeln mit Projektoren und audiovisuellen Abspielgeräten ergänzt. Das ist mit dem neuen System, das alles vereint, nicht mehr nötig. Der Unterricht könne nun interaktiver gestaltet werden. Katrin Herold, Systemadministratorin der Schule und Klassenlehrerin der 9a, führt die Möglichkeiten vor: Die Lehrer können auf eine unerwartete Schülerfrage schnell mit einem Bild oder Videoclip aus dem Internet antworten. Geometrische Zeichnungen lassen sich digital an der Tafel leichter erstellen oder auf Papier vorführen, während eine Kamera die Handgriffe an die Tafel überträgt. Sollten die Schüler etwas nicht geschafft haben abzuschreiben, kann das abgespeicherte Tafelbild später noch einmal problemlos aufgerufen werden.

Wenn Schulen ihre Tafelsysteme bisher modernisiert haben, dann mit Whiteboards oder interaktiven Tafeln, auf die mit Beamer projiziert werden kann, berichtet Martin Greimel, Geschäftsinhaber von IT- Systeme Greimel aus Dorfen. Diese Systeme seien jedoch sehr störanfällig und böten im Vergleich zu den seit 2012 auf dem Markt befindlichen Multitouchscreens kaum Möglichkeiten. Seine Firma installiert die Screens in Erding und vermittelt die Schulungen der Lehrer: "Das System ist sehr intuitiv, die Haptik ist ähnlich der eines großen iPads." Damit kämen sowohl Schüler als auch Lehrer aller Altersklassen gut klar.

Kratzfeste Oberfläche

Auch gegen unsachgemäße Behandlung sei die Technik geschützt, versichert Greimel. Der Screen registriere Berührung nicht durch Touch, sondern durch Infrarotsensoren, sodass die Tafeloberfläche selbst kratzfest ist. Und falls es technische Probleme geben sollte, sei die Vertreiberfirma aus Dorfen schnell für Wartungsarbeiten vor Ort.

Die Schüler scheinen zu begeistert von dem neuen System zu sein, als dass man Zerstörung befürchten müsste. "Als wir die neuen Tafeln bekommen haben, gab es im ganzen Schulhaus kein anderes Thema mehr. Alle waren begeistert", sagt Can Melik, Schüler der neunten Klasse. Seine Klassenkameradin Natalie Altmann fügt hinzu, dass der Unterricht so weitaus mehr Spaß machen würde. Vier Jahre hat es gedauert, vom ersten Vorschlag durch den Erdinger Schulreferenten Josef Biller im Dezember 2012 über den einstimmigen Stadtratsbeschluss im November letzten Jahres bis zur Umsetzung an der Altenerdinger Mittelschule. Noch in diesem Monat bekommt die Carl-Orff- und kurz darauf die Ludwig-Simmet-Anger-Grundschule die Screens. In den folgenden drei Jahren werden alle Grund- und Mittelschulen in Erding mit den neuen Tafelsystemen ausgestattet. Den Abschluss bildet die Mittelschule Lodererplatz, bei der die Neuerung mit der Beendigung der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im Herbst 2019 erfolgen soll.