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Moosburg:Die Aufregung hat sich gelegt

Laut Michael Hartl, Vorsitzender des Anglervereins Moosburg, gibt es in der Isar keine verseuchten Fische mehr.

(Foto: Marco Einfeldt)

Nach einem ereignisreichen Jahr samt Malachitgrün-Affäre zieht der Anglerverein Moosburg erleichtert Bilanz

2019 war ein aufregendes Jahr für den Anglerverein Moosburg (AVM): Malachitgrün und Belastung mit Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) in der Moosach hielten die Anglerfreunde über Monate in Atem und füllten die Presseseiten. Das Malachitproblem hat sich zwischenzeitlich durch Zeitablauf erledigt, bei PFOS wird noch vor dem regelmäßigen Genuss von Fischen gewarnt. Erleichterung also allenthalben auf der Jahreshauptversammlung des AVM in der Schäfflerhalle. Und Freude, dass es dem Verein gelungen ist, den Pachtvertrag mit Evago für den Aquapark-Weiher zu verlängern.

Die Angelegenheit mit dem Malachitgrün war aus Sicht der Moosburger Angler eine endlose Angelegenheit, bei dem sie sich vor allem vom Landratsamt im Stich gelassen fühlten. Stattdessen entstand ein Medienhype, wobei Mitglieder des AVM am Ende noch schauspielern durften. Die Information der Bevölkerung durch die Behörden sei mehr als mangelhaft gewesen, sagte Hartl. Nun müsse sich aber niemand mehr Gedanken um das Malachitgrün machen. "Wir haben einen anderen hervorragenden Züchter gefunden, und es sollten auch keine verseuchten Fische mehr in der Isar sein."

Erfreulich dagegen, dass Vorsitzender Michael Hartl für die Immobilienfirma Evago und deren Entgegenkommen ein besonderes Lob aussprechen konnte. Seit vier Jahren ging es um den Aquapark-Weiher, der AVM hat zwischenzeitlich einen weiteren in der Nähe zusätzlich gepachtet. Da es mit den Erwartungen von Evago an die künftige Nutzung des Aquapark bekanntlich Probleme gibt, ist die Einigung umso höher zu bewerten. Bei einer Mitgliederbefragung hätten sich 97,5 Prozent der Mitglieder für die weitere Nutzung des Aquaparks ausgesprochen, sagte Hartl, auch wenn dies insgesamt wegen der größeren Fläche auch zu Mehrausgaben führe.

Nach dem Kassenbericht von Schatzmeisterin Wally Schönauer beträgt das Finanzvolumen des Vereins bei 442 Mitgliedern rund 122 000 Euro, die Pachtausgaben 60 000 und die Ausgaben für den Besatz rund 43 000 Euro. Nach dem Ende der Malachitaffäre wird nun auch in der Moosach noch heuer wieder Besatz durchgeführt.

Gewässerwart Werner Schmidt stellte in seinem fischereiwirtschaftlichen Bericht fest, dass insgesamt 5760 Fische mit einem Gesamtgewicht von 5023 Kilogramm gefangen worden seien, "so viel wie noch nie," knapp 600 Kilo mehr als im Vorjahr. Drei Hechte mit um die einen Meter Länge und ein Karpfen mit 27 Pfund, der beim Königsfischen an die Angel ging, erfreuten das Anglerherz. Werner Schmidt versäumte nicht, auch einmal den Vorsitzenden besonders zu loben. Dieser hatte zu Beginn der Versammlung auch der verstorbenen Mitglieder gedacht und acht neue begrüßt. Besonders freute sich Hartl darüber, dass das langjährige Mitglied Paul Hilz, bekannter Maler, Musiker und Jäger, nach seinem schweren Unfall wieder zuhause sei und sich auf das Angeln freue. Auch zu runden Geburtstagen wurde gratuliert, die 80-Jährigen bekommen eine kostenlose Jahreskarte. Mitglieder, die 15 und 25 Jahre dabei sind, bekamen Urkunden.

Als Nachfolger für den zurückgetretenen Zweiten Gewässerwart Malcolm Turnbull wurde Dieter Halemba gewählt und Denny Naujoks als Zweiter Jugendwart. Für die Verbesserung der Mitgliederinformation hat der AVM eine neue Webseite eingerichtet.

© SZ vom 24.01.2020
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