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Mitten in der Region:Musikalische Schnecken

Gegen die Schnecken, die ihr Haus durch die Gegend tragen, ist nichts einzuwenden. Aber die gefräßigen Nacktschnecken mag keiner - obwohl: sie können auch anders

Das Basilikum angenagt und voller Löcher, von den Anemonen ragen nur dürre Stengel aus der Erde. Es ist ja nicht so, dass an dieser Stelle noch nie über die schrecklichen schleimigen Monster geschrieben worden wäre, die Schnecken genannt werden. Schnecken mit Rosinen - ja, Schnecken aus Bratwurst - super. Die Schnecke als Abschluss eines Geigen-Halses geht in Ordnung. Auch gegen die Schnecken, die ihr Haus durch die Gegend tragen, ist nichts einzuwenden. Aber diese ekligen Nacktschnecken mag keiner, außer vielleicht Bryan Adams und Barbara Rütting.

Wie man den gefräßigen Schädlingen beikommt, füllt ganze Zeitschriften, Internetforen und Fernsehmagazine. Dabei sollen Schnecken gar keine Schädlinge sein. Angeblich vertilgen sie auch verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und manchmal auch sich gegenseitig. Dem Hobbygärtner, der vor seinen kahl gefressenen Salatköpfen steht, ist das egal. Nur weg damit. Zerschneiden - für Abgebrühte; salzen - geht gar nicht; aufsammeln und ab damit in die Biotonne - für Sanftmütige; Schneckenkorn streuen - für die, die sich nie die Hände schmutzig machen wollen; Anschaffung indischer Laufenten - nicht für jeden Garten geeignet. Was überhaupt nicht hilft: ein selbstgemaltes Schild im Garten aufstellen mit dem Hinweis "Schnecken verboten". Schnecken können nicht lesen, Herr Kollege! Obwohl, ganz dumm sind sie auch nicht. Wer meint, sie würden in Bierfallen ertrinken, irrt. Der Schneck mag Bier. Aber nachdem er sich einen angetrunken hat, stürzt er sich auf den Kohl. Weiß doch jeder, dass Alkohol hungrig macht.

Dabei können Schnecken auch ganz anders. Sie sind nämlich musikalisch. Warum sonst würden sie sich an einem lauen Sommerabend auf der Terrasse treffen, zielstrebig ein robustes Kofferradio ansteuern und sich darauf festsaugen. Aus dem Lautsprecher brummt der Bass und kreischen die E-Gitarren. Da bleibt nur eins: Headbanging im Schneckentempo.