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Mitten in der Region:Matrjoschkas aus Karton

90 713 Tonnen Papier sollen in München 2017 zusammengekommen sein. gewesen sein. Das ist kein Wunder

In der Speisekammer hängt eine große Tüte. In die kommen Pappe, Kartons, Papier. Von da wandern sie dann in die Papiertonne. Und damit da ganz viel reingeht, macht man es klein, zerreißt oder zerdrückt es. Ja, manchmal hopst man sogar auf einem größeren Karton herum, damit er irgendwie flach wird und überhaupt in den blauen Behälter passt. Von da geht die Reise im Müllwagen zur Sortieranlage, dann in die Papierfabrik. Und irgendwann bringt die Post ja vielleicht den einstigen zerstampften und zerkleinerten Karton als ein neues Paket zurück.

90 713 Tonnen Papier sollen es in München 2017 gewesen sein. Und ehrlich: Das ist kein Wunder. Vor zwei Tagen zum Beispiel kann man kaum seine Wohnungstür aufmachen. Der Grund: Drei riesige Kartons versperren den Flur. Um Himmels willen! Was hat man denn da bloß im Internet bestellt? Okay, das war eine faltbare Wanne, ein faltbarer Welpenlaufstall und eine klappbare Hunde-Transporthütte. Aber alles war doch nicht so groß! Man hat doch alles ausgemessen. Und die Betonung liegt auf dem Wort f-a-l-t-b-a-r! Der größte Karton wird geöffnet. In ihm ein weiterer Karton. In diesem mit Plastikfüllmaterial noch ein weiterer, viel flacherer. In ihm dann endlich die Transporthütte - übrigens zusammengelegt. Hä? Warum dieses unsinnige Matrjoschka-Packsystem? Man hätte doch einfach nur den flachen Karton verschicken müssen. Im zweiten Karton liegt der nächste und so weiter. Und in der dritten langen Kisten liegt die faltbare Schale - quer. Ja, zum Kuckuck, zwei Handgriffe und die Outdoor-Schale wäre um die Hälfte kleiner zu verschicken gewesen.

Das schlechte Gewissen quält einen. Hätte man doch bloß nicht im Internet bestellt. Jetzt stehen die riesigen, leere Kisten wieder im Gang. Aber: Da wird kein Hopsen und kein Zerdrücken helfen. Dieser Verpackungshaufen geht nicht in die Papiertonne, er muss in den Wertstoffhof gefahren werden. Alles nicht nachhaltig, alles nicht ökologisch. Das einzig Gute: Der anstehende Schwatz mit dem netten, ähm, auch gut aussehenden Müllberater im Wertstoffhof.