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Mittelschulverbund Erding:Einschneidende Neuordnung

Erdings Stadt- und Taufkirchens Gemeinderat stimmen den zwei Mittelschulverbünden zu. In der Hauptschule Erding rechnet man nun mit steigenden Schülerzahlen.

Die Schullandschaft im Landkreis Erding formiert sich neu: Am Dienstag haben der Erdinger Stadtrat und der Taufkirchener Gemeinderat ihre Zustimmung zu zwei Mittelschul-Verbünden gegeben, der dritte im Landkreis wird Dorfen als Standort haben. Obwohl die beiden Erdinger Hauptschulen alleine genügend Schüler für einen Verbund aufbrächten, geht man eine Partnerschaft mit Wörth, Oberding und Finsing ein, weil in diesen Gemeinden die Schülerzahlen nicht ausreichten, das erläuterte Schulamtsleiter Hans-Rudolf Suhre dem Stadtrat.

Bürgermeister Max Gotz fordert, dass nach zwei Jahren Bilanz gezogen wird, ob die Kooperation finanzielle, räumliche oder andere Auswirkungen hat.

(Foto: Peter Bauersachs)

Der Kooperationsvertrag ist unbefristet, in den ersten fünf Jahren ist eine Kündigung ausgeschlossen. Doch schon nach zwei Jahren soll Bilanz gezogen werden, das verlangt Bürgermeister Max Gotz (CSU). Er sagte dem Stadtrat, dass diese Klausel auf seine Initiative zurückgehe.

Darin heißt es, dass die Effizient und Praktikabilität des Kooperationsvertrages nach zwei Schuljahren aufgezeigt, neu beraten und möglicherweise angepasst werden müsse. Es müsse sich zeigen, ob es "finanzielle, räumliche oder andere Auswirkungen" gebe, sagte Gotz. Er betonte, die Stadt Erding leiste einiges auf freiwilliger Basis für ihre Hauptschulen. So zahlt die Stadt Erding schon seit Jahren die Schulsozialarbeit an den Hauptschulen, davon profitieren dann auch die Schüler aus anderen Gemeinden.

Der Erdinger Stadtrat genehmigte den Kooperationsvertrag einstimmig, Kritik an der bayerischen Mittelschule äußerte dennoch Horst Schmidt (SPD). Er widersprach Suhre, der gesagt hatte, die Mittelschule sei alternativlos. "Nichts ist alternativlos", sagte Schmidt. Auf die Misere der Hauptschule hätte die bayerische Schulpolitik auch auf andere Weise reagieren können.

Doch stimmte Schmidt zu, dass unter den gegebenen Voraussetzungen die jetzige Verbundslösung die beste für den Landkreis sei. "Ich hoffe, dass die Erwartungen sich erfüllen."

Wie berichtet, wird der Mittelschulverbund Erding nur an der Hauptschule am Lodererplatz in Erding einen M-Zug einrichten. Weil aber die Zugangsvoraussetzungen für den Besuch einer M-Klasse erleichtert werden, werden vom kommenden Schuljahr an noch mehr Schüler aus Wörth, Oberding, Finsing und Altenerding als bisher in die Schule am Lodererplatz gehen.

Gotz sagte im Stadtrat, er habe der Schulleiterin Petra Leubner zugesagt, bei Platzproblemen schnell zu reagieren. Die Sanierung der Schule ist in Absprache mit Leubner verschoben worden, weil erst einmal abgewartet werden soll, wie sich die Schülerströme entwickeln, wie die SZ bereits berichtet hat.

Auch die Gemeinderäte der anderen Kommunen im Schulverbund müssen dem Vertrag noch zustimmen, es folgt der Antrag an die Regierung von Oberbayern, am 1. August 2011 könnte der Schulverbund dann starten.

Auch in Taufkirchen ist der Weg frei für den Mittelschulverbund: Der Gemeinderat beschloss am Dienstagabend den öffentlich-rechtlichen Kooperationsvertrag zwischen dem Schulverband Hauptschule Taufkirchen, dem Schulverband Velden und dem Hauptschulverband Wartenberg.

Der Mittelschulverbund ist der kleinste der drei Verbünde Erding, Dorfen und Taufkirchen im Landkreis. Die Gemeinde Taufkirchen geht davon aus, dass er etwa 740 Schüler umfassen werde. "Verbundkoordinator wird wahrscheinlich der Leiter der Hauptschule Taufkirchen sein", sagte Bürgermeister Franz Hofstetter CSU.