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Mittelschule Taufkirchen:Straffer Terminplan für Millionenprojekt

Einige Teile der Grund- und Mittelschule Taufkirchen sind bereits erneuert, jetzt folgt der letzte und größte Brocken.

(Foto: Renate Schmidt)

Taufkirchen entscheidet sich bei der 34 Millionen Euro teuren Maßnahme für einen Mittelweg: Es soll schnell gehen, aber nicht zu schnell. Die Bauwirtschaft soll Zeit bekommen

Einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Neubaus der Mittelschule Taufkirchen, der Mehrzweckhalle und der Außenanlagen hat der Gemeinderat Taufkirchen am Dienstag gemacht: Er fasste Beschlüsse zum mit fast 34 Millionen Euro teuersten Projekt in der Geschichte der Gemeinde. Die Abbrucharbeiten und die Erdarbeiten beginnen demnach im Sommer 2019, bis zum Schuljahr 2022/2023 soll das Projekt fertig gestellt sein. Jetzt soll es zügig an die Ausschreibung für die erste Phase gehen. Das erste Paket umfasst bauvorbereitende Maßnahmen wie den Abbruch alter Gebäude, Erdarbeiten und Elektroarbeiten. Außerdem müssen Container für die Schüler aufgestellt werden.

Zunächst hatte der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen zum Baugenehmigungsantrag für das Gesamtprojekt bei zwei Gegenstimmen erteilt. Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) sagte, er sei froh, dass der Gemeinderat dem von Architektin Birgit-Andrea Bräuner vom Gautinger Büro Köhler-Architekten präsentierten Bauantrag grünes Licht gegeben habe. Nun wolle die Gemeinde als Bauherr schnell loslegen. Der Gemeinderat hat sich auch mit dem Planungsprozess befasst. "Eine gute Planung mit Planungstiefe ist uns wichtig. Dafür müssen wir uns Zeit nehmen, damit möglichst fehlerfrei gearbeitet werden kann", sagte Hofstetter.

Michael Graf vom Bau- und Projektmanagement BPM stellte verschiedene Varianten zum Ablauf vor, die diskutiert und modifiziert wurden. So gab es eine Variante, bei der der Bau schneller gestartet werden würde und bei dem die Kostensituation wegen der ständig steigenden Preise kostengünstiger wäre, die zweite hingegen hätte Vorteile im Hinblick auf Kostensicherheit gehabt. Wer auf die Kosten blickt, muss die künftige Preisentwicklung in der Baubranche berücksichtigen: Würden die Preise sinken, käme eine späteren Vergabe der Aufträge günstiger; würden sie steigen, wäre es umgekehrt. "Wir haben keine Glaskugel und wissen nicht, wie sich die Preise entwickeln", sagte Graf. Hofstetter fügte an, dass auch er nicht glaube, dass sich die konjunkturell überhitzte Baubranche in einem Jahr abkühle und die Preise sänken. Graf sprach sich daher für die schnellere Variante aus, auch Bürgermeister und etliche Gemeinderäte favorisierten diesen Weg. Doch ganz so schnell wie ursprünglich von den Planern vorgesehen, soll es nicht gehen: Fristen bei der Ausschreibung sollen verlängert werden, um interessierten Baufirmen mehr Zeit bei der Kalkulation der Angebote und mehr planerischen Vorlauf zu lassen.

"Die Baufirmen brauchen mehr Zeit, die können nicht hexen", sagte Stephan Bachmayer von der Einigkeit Moosen dazu. Ihm stimmten etliche Gemeinderäte zu. "Ich hätte bei so einer knappen Ausschreibungsfrist Bauchweh", fügte der zweite Bürgermeister Christoph Puschmann (CSU) an. Der Projektsteuerer Graf sagte dazu, dass die Ausschreibungsphase aus seiner Sicht ausreichen würden, er habe deswegen "keine Bauchschmerzen". Der Vorlauf könne aber auch verlängert werden.

Die vorbereitenden Arbeiten für den Rohbau beginnen also in den Sommerferien 2019 und nicht erst 2020, wie in der anderen Variante vorgeschlagen. Alle anderen Termine müssen die Planer von BPM nun in einen neuen Ablaufplan einarbeiten, der im November im Rathaus vorliegen soll. Die Hochbaumaßnahmen sollen im Sommer 2020 starten, der Fertigstellungstermin im Jahr 2022 könnte sich allerdings etwas nach hinten verschieben, wie Graf sagte - je nachdem, in welchem Umfang die Ausschreibungsfristen verlängert werden.

So schnell wie möglich sollte es nach Ansicht der Leiter der Schulen gehen, sie forderten eine kurze Bauzeit und fanden dafür Unterstützung beim Bürgermeister. "Es muss schnell losgehen, das ist unsere Pflicht", sagte Hofstetter. Projektleiter Graf gab sich zuversichtlich. Er könne zwar nicht garantieren, dass es gute Angebote zu den einzelnen Gewerken geben wird, die Planer seien aber optimistisch. Wichtig sei ein Baubeginn in den Sommerferien, um Spielraum zu haben. Es bleibe das Ziel, den Bau trotz veränderter Fristen bis zum Schuljahr 2022/2023 zu schaffen.