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Mietspiegel:Interviewer gesucht

Die Stadt Erding will eine Erhebung vornehmen

Von Antonia Steiger, Erding

Die Stadt Erding muss eine eigene Satzung erlassen, um 2019 einen neuen Mietspiegel zu erstellen. Darüber haben sich einige Stadträte in der vergangenen Sitzung zuerst gewundert, sich dann aber überzeugen lassen und dem Wunsch der Verwaltung und von OB Max Gotz (CSU) Folge geleistet. Jetzt sucht die Stadt Erding bereits Menschen, die ihr bei der Befragung der Bürger helfen können. Gesucht seien "freundliche und motivierte Interviewerinnen und Interviewer", wie Pressesprecher Christian Wanninger mitteilt.

Ursprünglich wollte die Stadt Erding genauso vorgehen wie 2016: Sie wollte Postkarten per Posteinwurf an alle Haushalte verteilen lassen und die Bürger zur Teilnahme auffordern. Dazu hätten die Haushalte ein Schreiben des Oberbürgermeisters in ihrem Briefkasten vorgefunden, in dem er die Vorgehensweise bei der Befragung erläutert, sowie ein Gewinnspiel, bei dem es die Übernahme der Nebenkosten für das Jahr 2018 zu gewinnen geben soll. Die DHL macht dabei aber nicht mit: Weil das Gewinnspiel als Werbung einzustufen sei, könne sie die Postkarte nicht in die Briefkasten schmeißen, auf denen Aufkleber wie "Hier bitte keine Werbung!" kleben. Mehr als 8000 Haushalte in Erding wären dann nicht erreichbar, so wäre die Repräsentativität des Mietspiegels gefährdet, sagte Gotz.

Bei der Suche nach einem Ausweg folgt Erding dem Vorbild anderer Städte: Sie erlässt eine Satzung, um Daten aus dem Melderegister abrufen und Postkarten individuell an jeden Haushalt verschicken zu können. Die Datenerhebung wird ausschließlich für den Zweck der Erstellung des Mietspiegels erhoben, darauf weist die Verwaltung ausdrücklich hin. Auf das Gewinnspiel verzichten, damit die DHL die Postkarten verteilt, wie es Johanna Heindl (FW) vorgeschlagen hatte, will Gotz nicht: Ohne Anreiz schaue es "ganz, ganz schlecht" bei der Teilnahme aus: "Das sagen alle." Er fügte an, dass der Mietspiegel viel Gutes bewirkt habe und "stark nachgefragt" werde. Er bleibe der Stadt nichts anderes übrig, als die Satzung zu erlassen. "Es sei denn, wir wollen keinen Mietspiegel." Für das Porto rechnet die Stadt mit Ausgaben in Höhe von etwa 5000 Euro.

Erstellt wird der Mietspiegel mit dem EMA-Institut für empirische Marktanalysen. Wer als Interviewer helfen will, bekommt eine Liste mit mindestens hundert Haushalten im Stadtgebiet, die sich für eine Befragung bereit erklärt haben. Der Fragebogen umfasst laut Pressestelle der Stadt Erding voraussichtlich vier Seiten. Das Honorar beträgt 14,50 Euro für ein Vollinterview und 1,50 Euro als einmalige Aufwandsentschädigung pro Adresse ohne Vollinterview und 0,50 Euro Fahrtkostenunterstützung pro Adressvorgabe. Auftakt ist am Mittwoch, 27. März, 17.30 Uhr, mit einem Schulungstermin im Rathaus Erding. Dort werden alle Unterlagen verteilt und Details erläutert. Die Teilnahmevergütung für die Schulung beträgt 20 Euro. Interessenten können sich an das Liegenschaftsamt der Stadt wenden, Telefon 08122/408 312 oder per E-Mail an cornelia.meingassner@erding.de.

© SZ vom 09.02.2019
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