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Mehr Gegner als Befürworter:Keine Verordnung zum Baumschutz

Gegen die vier Stimmen von Horst Schmidt und Willi Scheib (SPD), Helga Stieglmeier (Grüne ) und Eva Döllel (ÖDP) hat er Verwaltungs- und Finanzausschuss dem Plan, für Erding eine Baumschutzverordnung zu erlassen, endgültig den Garaus bereitet. Schon im Juni war erkennbar gewesen, dass sich mehr Gegner als Befürworter für diese Idee finden. Man sorgt sich unter anderem, dass Bäume umgesägt werden, bevor sie einen Umfang erreicht haben, der ihren Besitzern laut Verordnung verbietet, den Stamm einfach umzulegen. In der Baumschutzverordnung kann festgelegt werden, von welchem Umfang an dieses Verbot gilt. In der Satzung, die in Erding diskutiert wurde, war von 80 Zentimetern die Rede.

Als weiteres Gegenargument brachte Rainer Mehringer (FW) vor, dass es ein Eingriff in das Eigentumsrecht der Bürger sei, wenn die Stadt ihnen verbieten wolle, die Bäume im eigenen Garten zu fällen. Stieglmeier hätte die Verordnung trotzdem gerne gehabt, auch um den Stellenwert der Bäume für die Luftreinhaltung zu betonen. Es stimme nicht, dass Erding diese Verordnung nicht benötige, auch wenn die meisten Besitzer mit ihren Bäumensorgsam umgingen. "Deswegen schafft man Gesetze, damit man eine Handhabe gegen schwarze Schafe hat." Auch Horst Schmidt (SPD) sagte, dass er die Verordnung für sinnvoll erachte. Er wies darauf hin, dass es Ausnahmen für diejenigen gebe, die einen unliebsamen Baum entfernen wollen. Aktueller Auslöser der Debatte war, dass neben dem Gelände der Fischers Stiftung an der Haager Straße und auch auf einem Grundstück in der Dr.-Lehmer-Straße Besitzer rigoros Bäume gefällt hatten - in der Haager Straße sogar trotz laufender Verhandlungen mit dem Rathaus über die Möglichkeiten, wie das Gelände nutzbar gemacht werden kann. Jetzt gehört das Areal der Fischers Stiftung, sie will dort ihr Angebot erweitern.