Positiver Trend:Besserer Schutz gegen Masern

Positiver Trend: Abbildung eines Masernvirus, die mithilfe eines Transmissionselektronenmikroskops gemacht wurde. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC erwartet einen weiteren Anstieg von Masernfällen in den kommenden Monaten.

Abbildung eines Masernvirus, die mithilfe eines Transmissionselektronenmikroskops gemacht wurde. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC erwartet einen weiteren Anstieg von Masernfällen in den kommenden Monaten.

(Foto: Cynthia Goldsmith/DPA)

Nach Angaben des Gesundheitsamtes hat sich die Durchimpfungsrate bei Schulanfängern im Landkreis Erding in den vergangenen Jahren erhöht.

Von Thomas Daller, Erding

Die Zahl neuer Maserninfektionen in der EU wird in den kommenden Monaten vermutlich weiter steigen. Das geht aus einem Bericht hervor, den die EU-Gesundheitsbehörde ECDC am vergangenen Freitag veröffentlicht hat. Die Gründe für den erwarteten weiteren Anstieg sind laut ECDC unzureichende Impfquoten in einigen Ländern, aber auch saisonal bedingte Trends sowie die Einschleppung von Fällen aus Drittländern. Eigentlich ein Alarmsignal für den Landkreis Erding, denn hier lag man in der Vergangenheit unter der wichtigen Durchimpfungsrate von 95 Prozent, die eine weitere Ausbreitung bremsen kann. Neue Zahlen lassen hoffen: Mittlerweile hätten "nahezu 100 Prozent" der untersuchten Schulanfänger im Landkreis Erding einen ausreichenden Impfschutz, teilte das Gesundheitsamt auf Nachfrage mit.

Der Landkreis Erding lag in den vergangenen Jahren bei der Durchimpfungsrate für Masern immer unter dem Landesdurchschnitt. In der Regel wird im Kindesalter zweimal gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) geimpft - und zwar in einem Aufwasch. Die zweite Impfung schließt die letzten Lücken, danach ist man dauerhaft vor der Krankheit geschützt.

Im Oktober 2013 kam es zu einem Masernausbruch am Anne-Frank-Gymnasium, bei dem sich elf Schüler ansteckten. Ähnlich viele Fälle treten sonst im ganzen Jahr im Landkreis Erding auf. Ärzte und Gesundheitsamt monierten immer wieder eine Impfmüdigkeit im Landkreis.

2018 wies das Gesundheitsamt Erding erneut auf die Schwachstelle im Impfschutz hin: Man überprüfe regelmäßig die Impfausweise bei den Einschulungsuntersuchungen. 94 Prozent der Erstklässler hätten die erste Masernimpfung erhalten, allerdings sei nur bei 90 Prozent auch die zweite Impfung erfolgt. Das sei nicht ausreichend, um einen sicheren Schutz in der Bevölkerung zu gewährleisten. Bei einer Durchimpfungsrate von weniger als 95 Prozent müsse wieder mit dem Auftreten von Masernerkrankungen gerechnet werden.

Auch während der Corona-Pandemie hatte man den Eindruck, im Landkreis Erding gebe es besonders viele Impfgegner, wenn man die hohe Beteiligung an den Demonstrationen in Erding gegen eine vermeintliche "Corona-Impfpflicht" betrachtete. Allerdings befanden sich auch etliche Teilnehmer aus umliegenden Landkreisen darunter, wie die Kfz-Kennzeichen auf den umliegenden Parkplätzen nahelegten.

Masern sind eine der ansteckendsten Krankheiten überhaupt

Nun rollt laut EU-Gesundheitsbehörde ECDC die nächste Masernwelle heran. Masern sind laut Robert Koch-Institut (RKI) eine der ansteckendsten Krankheiten beim Menschen überhaupt. Übertragen wird diese unter anderem über Tröpfchen und Aerosole, die etwa beim Sprechen, Husten und Niesen entstehen. Ist man ungeschützt, kann es für eine Infektion ausreichen, sich im gleichen Raum wie ein Erkrankter aufzuhalten. Ein direkter Kontakt sei nicht nötig, schreibt das RKI. Das Virus wird oft für eine harmlose Kinderkrankheit gehalten, dieser Ansicht widersprechen Fachleute aber deutlich.

Im Unterschied zu den vergangenen Jahren ist man beim Gesundheitsamt Erding aber nicht mehr so besorgt wie in der Vergangenheit: "Bei der Schuleingangsuntersuchung zum Schuljahresbeginn im Herbst 2023 zeigten nahezu 100 Prozent der untersuchten Kinder des Landkreises Erding einen ausreichenden Impfschutz beziehungsweise ausreichende Immunität gegenüber Masern - entweder durch Nachweis zwei erfolgter Impfungen oder aber durch einen ärztlich bestätigten Immunitätsnachweis, der in der Regel durch eine Masernimpfung und bestätigende Titerkontrolle erfolgt", teilte das Landratsamt mit, das beim Gesundheitsamt nachgefragt hat.

Es gibt demnach zwar immer noch einen nicht unerheblichen Anteil von Erwachsenen im Landkreis, die einen mangelhaften Impfschutz haben, aber zumindest bei den jüngeren Jahrgängen hat sich demnach die Immunität gegen Masern verbessert.

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