Erfolgreiche KomponistinAlles Walzer für Martina Eisenreich

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Proben zu „Aschenbrödels Traum“ an der Volksoper Wien. Es ist die erste Operette von Komponistin Martina Eisenreich.
Proben zu „Aschenbrödels Traum“ an der Volksoper Wien. Es ist die erste Operette von Komponistin Martina Eisenreich. (Foto: Marco Sommer / Volksoper Wien)
  • Die erfolgreiche Komponistin Martina Eisenreich feiert am 29. November mit ihrer ersten Operette "Aschenbrödels Traum" Premiere an der Wiener Volksoper.
  • Das Werk entstand anlässlich des 200. Geburtstags von Johann Strauss und basiert auf dessen unvollendetem Ballett-Fragment über Aschenbrödel.
  • Eisenreich wurde kürzlich für ihre Filmmusik zu "Herrhausen" für den International Emmy Award nominiert und gewann den Deutschen Fernsehpreis.
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Ihre Musik für Film und Fernsehen ist preisgekrönt. Jetzt feiert die erste Operette aus der Feder von Martina Eisenreich Uraufführung in Wien. Anlass ist der 200. Geburtstag von Johann Strauss. Der Walzerkönig spielt nicht nur musikalisch eine Rolle.

Von Regina Bluhme, Erding

Die erfolgreiche Komponistin und Musikerin Martina Eisenreich informiert regelmäßig auf Instagram über Konzerte, Filmpremieren und Preisverleihungen. Einer der jüngsten Posts kommt aus New York von den International Emmy Awards. Der ARD-Vierteiler „Herrhausen“, für den sie die Filmmusik geschrieben hat, hatte es unter die Nominierten geschafft. Bald danach ging die Reise für die Künstlerin weiter. Am Samstag, 29. November, feiert an der Volksoper Wien  „Aschenbrödels Traum“ Premiere - ihre erste Operette.

„Den Emmy haben wir diesmal nicht mit nach Hause genommen, aber die Party war unglaublich!“, schreibt Martina Eisenreich, nachdem sich die SZ erkundigt hat, wie es denn so war in New York. Für die Musik in „Herrhausen“ – eine außergewöhnliche Kombination aus Retrosynthesizer– und Barockklängen sowie Countertenor-Gesang – hat sie heuer bereits einen der wichtigsten deutschen Medienpreise, den Deutschen Fernsehpreis, erhalten.

Die Zeit in New York, schreibt Martina Eisenreich, sei „geprägt von inspirierenden Begegnungen, gegenseitiger Wertschätzung und neuen Netzwerken, und ich bin unglaublich glücklich, ein Teil davon sein zu dürfen“. Wer weiß, was noch alles kommt. Martina Eisenreich ist eine von ganz wenigen Frauen, die als Komponistin arbeiten, und sie ist eine der erfolgreichsten in Europa.

Bereits für ihre ersten Filmmusiken wurde Martina Eisenreich 2020 sowohl mit dem Preis der Deutschen Fernsehakademie als auch einer Doppelnominierung für den Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Zuvor hatte sie als erste Frau den Deutschen Filmmusikpreis für ihre Sinfonie in Axel Ranischs Tatort „Waldlust“ erhalten.

Schon die Nominierung ist ein Gewinn: Das Team von „Herrhausen" auf dem Roten Teppich bei den International Emmy Awards in New York, gepostet von Martina Eisenreich (rechts), die die Filmmusik beigesteuert hat.
Schon die Nominierung ist ein Gewinn: Das Team von „Herrhausen" auf dem Roten Teppich bei den International Emmy Awards in New York, gepostet von Martina Eisenreich (rechts), die die Filmmusik beigesteuert hat. (Foto: Martina Eisenreich/Instagram)
Sieht gut aus: Moderne Version von Walzerseligkeit an der Volksoper Wien (Probenfoto).
Sieht gut aus: Moderne Version von Walzerseligkeit an der Volksoper Wien (Probenfoto). (Foto: Marco Sommer/Volksoper Wien)

Ihre Wurzeln hat Martina Eisenreich im Landkreis Erding. Mit 15 Jahren begann sie als Jungstudentin der klassischen Komposition an der Hochschule für Musik und Theater München. Im Anschluss studierte sie Komposition für Film und Fernsehen sowie Filmmusik und Sounddesign. Sie habe sich in der Jugend immer ein bisschen wie ein Außenseiter, „wie ein Alien“ gefühlt, sagt Eisenreich.  In den Film- und Theaterkompositionen konnte sie die Welten von E- und U-Musik, also ernster Musik und Unterhaltsmusik, zusammenbringen. „Hier ist alles erlaubt, die verschiedenen Genres und die Zwischentöne“, erklärt sie.

Wenn sie nicht auf Preisverleihungen und Konzerten unterwegs ist, lebt sie mit ihrem Mann, dem Schlagzeuger Wolfgang Lohmeier, und den drei Kindern im kleinen Maierklopfen im Landkreis Erding. Hier habe sie ihre Basis, hier komme sie zur Ruhe, erklärt Martina Eisenreich. Hier entstehen auch ihre Kompositionen – zuerst im Kopf, dann mit Bleistift auf Papier.

„Aschenbrödels Traum“ unter der Diskokugel:  Foto von den Proben an der Wiener Volksoper.
„Aschenbrödels Traum“ unter der Diskokugel:  Foto von den Proben an der Wiener Volksoper. (Foto: Marco Sommer / Volksoper Wien)
Ein eingespieltes Team: Regisseur Axel Ranisch mit Komponistin Martina Eisenreich bei den Proben zu „Aschenbrödels Traum“.
Ein eingespieltes Team: Regisseur Axel Ranisch mit Komponistin Martina Eisenreich bei den Proben zu „Aschenbrödels Traum“. (Foto: Barbara Pálffy / Volksoper Wien)

Nach dem Ausflug auf den roten Teppich in New York wartet nun das nächste große Projekt in Wien auf sie: Am 29. November wird Eisenreichs erste Operette an der Volksoper uraufgeführt. „Aschenbrödels Traum“ ist in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Axel Ranisch entstanden, für dessen preisgekrönten Opernspielfilm „Orphea in Love“ Eisenreich die Filmmusik beigesteuert hat.

Warum das Genre der Operette und nicht ein Musical? Die größten Zeiten habe die Operette wohl hinter sich, räumt Martina Eisenreich ein. Aber genau das habe sie gereizt. Als die Volksoper Wien aus Anlass des 200. Geburtstags des Walzerkönigs Johann Strauss einen Operetten-Wettbewerb für 2025 ausschrieb, machten sich Martina Eisenreich (Musik) und Axel Radisch (Libretto) gemeinsam ans Werk. Mit Erfolg.

Der Walzerkönig Johann Strauss persönlich auf der Bühne –  im goldenen Anzug, wie es seiner goldenen Statue im Wiener Stadtpark entspricht
Der Walzerkönig Johann Strauss persönlich auf der Bühne –  im goldenen Anzug, wie es seiner goldenen Statue im Wiener Stadtpark entspricht (Foto: Marco Sommer/Volksoper Wien)

Das Märchen von Aschenbrödel ist bestens bekannt. Weniger bekannt ist, dass Johann Strauss (1825 bis 1899) am Ende seines Lebens an einem Ballett über dieses Märchen arbeitete. Erhalten ist davon nur ein Fragment. Dieses unvollendete Werk habe sie und Axel Ranisch inspiriert. Vor allem, weil es auch etwas Geheimnisvolles umgab, so Eisenreich. Was hatte es mit jener Ida Grünberg auf sich, deren Name in den Schriften auftaucht?

Entstanden ist eine moderne Version des Aschenbrödel-Märchens, ein Tanz- und Musiktheater zugleich – mit Ballett und Gesang, mit einem tanzenden Fußballteam und einem männlichen Aschenbrödel in Hoodie und Jeans. Der junge Mann lebt mit seiner Stiefmutter, Managerin eines Fußballvereins, und seinen Stiefschwestern in Wien und entdeckt auf dem Dachboden das Libretto zu einem Ballett mit Musik von Johann Strauss, verfasst von einer gewissen Ida Grünwald.

Aschenbrödel ist ein junger Mann in Hoodie und Jeans

Dann geht es ins Jahr 1899. Johann Strauss schreibt an seinem Ballettstück. Den Wettbewerb um das beste Libretto gewinnt die Schreibkraft Ida Grünwald, die heimlich ihr „Aschenbrödel“ dazu geschmuggelt hat. Die Zeitebenen verschwimmen, eine bunte, wilde Reise beginnt für Aschenbrödel und für Ida mit viel Situationskomik, aber auch mit großen Gefühlen. Es geht um Mobbing und erste Liebe, doch es gibt ein märchenhaftes Happy-End, an dem Strauß großen Anteil hat.

Anklänge an die Musik von Johann Strauss gebe es selbstverständlich, sie habe sich vom Original inspirieren lassen, betont Martina Eisenreich. „Alles Walzer“ in großen Neonlettern fehlt auf der Bühne also nicht. Das Publikum in der Volksoper Wien wird aber auch die ungewöhnlichen Klänge einer singenden Säge hören.

Weitere Informationen zu den Aufführungen von „Aschenbrödels Traum“ an der Volksoper Wien unter https://www.volksoper.at.

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