Martin Bayerstorfer (CSU) hat die Wiederwahl zum Landrat des Landkreises Erding klar mit 56,5 Prozent gewonnen. Sein Herausforderer Rainer Mehringer (FW) erzielte 25,3 Prozent, Christina Treffler, die Kandidatin der ÖDP, kam auf 18,2 Prozent. Nach 24 Jahren als Landrat tritt Bayerstorfer damit seine fünfte Amtszeit an. Bei der unterlegenen Kandidatin war das Ergebnis eine große Überraschung: Sie gewann deutlich mehr Wählerstimmen, als die ÖDP im Landkreis bisher an Potenzial hatte. Mehringer war bisher stellvertretender Landrat und hat mit seiner Kandidatur unterstrichen, dass er auch weiterhin Stellvertreter bleiben möchte.
Der Wahlkampf 2026 hat sich deutlich zu dem von 2020 unterschieden. Damals stand Bayerstorfer noch wegen seiner restriktiven Asylpolitik in der Kritik und verprellte auch im Kreistag Mitglieder der SPD, Freien Wähler und der Grünen. Doch unmittelbar nach den Wahlen kam Corona und schweißte das Gremium in der Krise wieder zusammen.
Auch nach der Pandemie spielte die Gesundheitspolitik in der Wahlperiode eine wichtige Rolle. Das Defizit des Klinikums wuchs und die Krankenhausreform bereitete Sorgen. Der Erhalt der beiden Klinikstandorte Erding und Dorfen ist unstrittig im Kreistag und gemeinsam erzielte man wegweisende Beschlusslagen. Der Neubau des Personalwohngebäudes mit 125 Kleinappartements ist beschlossene Sache, es gibt eine Beschlusslage für ein onkologisches Facharztzentrum mit Strahlentherapie, der Neubau der Notaufnahme ist geplant und aktuell ist man sehr nahe dran, eine Kinderabteilung ans Klinikum zu bekommen.
Bayerstorfer hat als Landrat dabei gute Arbeit geleistet, was die Wähler honoriert haben. Auch mit dem geplanten Neubau der Rettungswache in Dorfen sowie dem Erhalt und der Erweiterung der Integrierten Leitstelle in Erding konnte er punkten. Über die Sachfragen hinaus ist es ihm gelungen, wieder zu einem konstruktiven, freundlichen Klima im Kreistag zurückzufinden, was wohl auch wichtig für die Wählergunst war.

