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Mariä Himmelfahrt:Kräuterbüsche und Muttergottes

Kräuterbuschn binden.

Kräuter, Blumen und Getreide: In den Büscheln, die an Maria Himmelfahrt gesegnet und verkauft werden, findet vieles Verwendung.

(Foto: Photographie Peter Hinz-Rosin)

Katholische Frauenvereinigungen stellen zusammen, was am Festtag gesegnet wird.

Erst 1950 war es, als Papst Pius XII. die Erzählung von Marias Tod und was darauf folgte, als Dogma, also festen Glaubenssatz, verkündete. Maria, die Mutter Jesu, soll nach ihrem Tod leiblich und geistig in den Himmel aufgenommen worden sein. So jedenfalls besagt es die Lehre der christlich-katholischen Kirche. Als ihr Grab geöffnet wurde, sollen sich darin nur mehr Blumen und Kräuter befunden haben. Der Festtag galt schon im sechsten Jahrhundert als solcher und auch die Bräuche wurden bewahrt. Pünktlich zum Fest treffen sich auch in diesem Jahr die katholischen Frauen im Landkreis und binden Kräuterbüschel, die während des Festgottesdienstes geweiht und anschließend verteilt werden sollen.

In der Pfarrgemeinde Wartenberg seien es unter Berücksichtigung der heiligen Zahl sieben Kräuter, die zu einem Strauch gebunden würden, sagt Elisabeth Klug. Sie ist Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft und hofft, dass es "so knapp zehn Frauen werden", die am Mittwoch die Büsche für den Gottesdienst in der Pfarrkirche Mariä Geburt zusammenstellen. Gegen eine kleine Spende wird man sie dann erhalten können. Wohin der Erlös gegeben werde, stehe aber noch nicht fest, sagt Klug. Am Mittwoch machen sie sich gemeinsam zunächst einmal auf die Suche nach den passenden Kräutern. Anders in Bockhorn, wo Cornelia Riedel nun schon im zehnten Jahr die Vorbereitungen zur Kräuterweihe trifft. An der Zusammenstellung der Kräuterbüschel seien zwar hauptsächlich der Pfarrgemeinderat und der Gartenbauverein beteiligt, etliche der Kräuter kämen aber auch von Gemeindemitgliedern.

"Sie bringen etwas mit, was sie im Garten haben, aber da ist es mir lieber, wenn sie viel von einem Kraut mitbringen als wenig Unterschiedliches. Es gibt zum Beispiel eine Frau, die mir 150 Stängel Blutweiderich mitbringt", sagt Riedel, die nicht nur im Pfarrgemeinderat ist, sondern sich auch mit Kräutern auskennt: "Kräuter sind mein Hobby", sagt sie. In die rund 200 Bockhorner Büschel kommen neben Kräutern - nicht unüblich - auch Getreide und Blumen. "In die Mitte kommt klassisch eine Königskerze, es kann aber auch mal eine Sonnenblume sein", weiß Riedel aus Erfahrung. Wichtig sei ihr die Brennnessel, deren Nützlichkeit für den Menschen zu gering geschätzt würde. Wiederum gebe es aber auch Pflanzen, auf die man verzichten müsse, wie die Jakobskreuzkrautpflanze, die zwar besonders schön, aber leider auch giftig, also nicht nützlich für Mensch und Tier sei und sich somit nicht für einen Kranz zum Festtag eigne. Ob nur mit Kräutern oder um Blumen und Getreide erweitert, an Mariä Himmelfahrt werden Brauch und Gebet, Kräutersegnung und Marienehrung vereint.

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