Kommunalwahl 2026Die Linken sind in der Region nur relativ stark

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Auf geht's: Mit Elan sind die Linken, wie hier in Unterschleißheim, in die Kommunalwahl gegangen.
Auf geht's: Mit Elan sind die Linken, wie hier in Unterschleißheim, in die Kommunalwahl gegangen. privat
  • Die Linken haben bei der Kommunalwahl 2026 ihre Sitze in der Region München mehr als verdoppelt, erreichen aber in jedem Landkreis nur eine Handvoll Mandate.
  • Trotz Mitgliederzuwachs und mehr Kandidaten als je zuvor bleibt die Präsenz der Linken in absoluten Zahlen marginal.
  • Nur im Landkreis Freising erreichten die Linken mit drei Sitzen Fraktionsstärke im Kreistag, was in der Region einzigartig bleibt.
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Zwar hat die Partei bei der Kommunalwahl die Zahl ihrer Sitze rund um München mehr als verdoppelt, doch es sind in jedem Landkreis kaum mehr als eine Handvoll Mandate.

Von Florian Tempel, Dorfen

Das Gefühl täuscht oft über die Realität hinweg. Vor der Wahl schienen die Linken erstaunlich präsent: hier eine Kandidatin ums Bürgermeisteramt, dort eine, die Landrätin werden wollte, da eine neue Liste und überhaupt so viele junge Leute. Männer mit Bärten, junge Frauen und Transpersonen. Das war grundsätzlich interessant und medial spannend.

Und eines stimmte ja auch: Die Linken waren nach dem starken Ergebnis von 8,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025 weiter erstarkt. Die Kreisverbände in der Region verzeichneten einen Mitgliederzuwachs, von dem die politische Konkurrenz nur träumen kann. Beispiel Freising: Die Zahl der Mitglieder im Kreisverband verdreifachte sich binnen zwölf Monate auf 120. Den Verband Erding-Ebersberg wiederum dezimierten zunächst Abgänge an das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), bevor 110 neue Mitglieder dazu kamen.

Richtig ist auch, dass die Linken bei der Kommunalwahl 2026 mehr Kandidatinnen und Kandidaten aufstellten als je zuvor. Schaut man sich jedoch die realen Wahlergebnisse an und zählt die Sitze für die Linken in den Kreistagen, den Stadt- und Gemeinderäten zusammen, fällt die Bilanz in absoluten Zahlen mager aus. In jedem Landkreis rund um München hat die Linke kaum mehr als eine Handvoll Mandate erreicht.

Im Landkreis München mit seinen 354 000 Einwohnern und Einwohnerinnen in 29 Kommunen sind die Linken für den Kreistag und in drei Gemeinden angetreten. Im Kreistag haben 3,5 Prozent für zwei Sitze gereicht. In Unterschleißheim sitzt jetzt Alexander Kieslich im Stadtrat, der dort früher schon mal für SPD war. 4,3 Prozent haben die Linken dort bekommen. In Ottobrunn reichte es für einen Sitz, in Neubiberg waren 1,8 Prozent zu wenig. In der Summe sind es also vier Linke. Richtig ist: Das sind viermal so viele wie bisher. Richtig ist aber auch: Viel ist das nicht.

Im Landkreis Freising gibt es immerhin sechs Mandatsträger der Partei. Mit drei Sitzen hat die Linke im Freisinger Kreistag sogar Fraktionsstärke erlangt. Das ist ein Erfolg, der in der Region allerdings einzigartig bleibt. In der Studentenstadt Freising kommt die Linke mit 4,7 Prozent der Wählerstimmen zwar auf zwei Sitze, musste das Ziel „Fraktionsstärke“ jedoch abhaken. Antonia Cellura und Rosalie Freitag sitzen übrigens mit ihren ehemaligen Parteifreunden Nicolas-Pano Graßy und Guido Hoyer am Ratstisch – beide wurden mit ihrer neuen Wählervereinigung „Freising für alle“ ebenfalls wieder gewählt. Im Moosburger Stadtrat bleibt Alexander Strobl Einzelkämpfer.

Lotta Ebert, Spitzenkandidatin der Linken in Gilching, sagte vor der Wahl: „Wir sehen uns definitiv im Aufwind.“
Lotta Ebert, Spitzenkandidatin der Linken in Gilching, sagte vor der Wahl: „Wir sehen uns definitiv im Aufwind.“ Sabine Bader

Im reichen Landkreis Starnberg waren die Linken wenig überraschend bislang in keinem Gemeinderat vertreten. Künftig sind sie dagegen immerhin in drei Kommunen mit je einem Sitz mit von der Partie: in Gauting, Gilching und Herrsching. Im neuen Kreistag werden sie erstmals mit zwei Vertretern dabei ein – mit Gisela Specht und Nicolas Gantscharow . Bislang hatten sie nur ein Mandat. „Wir sehen uns definitiv im Aufwind“, sagt die 28-jährige Lotta Ebert, die künftig dem Gilchinger Gemeinderat angehören wird.

Auf sechs Mandate insgesamt kommen die Linken im Landkreis Fürstenfeldbruck. Im Kreistag hat man künftig zwei Sitze und je einen Sitz in den Gremien in Fürstenfeldbruck, Germering, Puchheim und auch in Gröbenzell, wo 2,1 Prozent gerade so reichten. In Dachau beschränkt sich der Zugewinn auf zwei statt bisher einen Kreistagssitz. Im Stadtrat der Kreisstadt bleibt es ebenfalls bei einer Vertreterin, in Karlsfeld waren 1,3 Prozent zu wenig für den Einzug in den Gemeinderat.

Vier Linke gibt es insgesamt im Landkreis Erding. In den Stadtrat der Kreisstadt wurde Silvia Langen-Kramer wieder gewählt; sie war 2024 für Walter Koppe nachgerückt. Koppe, der erste Linken-Stadtrat überhaupt in Erding, war kurz zuvor dem BSW beigetreten. Im Kreistag sind es neuerdings zwei Linke statt einer – ein Sitz weniger als die ÖDP, aber einer mehr als die FDP. Auch im Dorfener Stadtrat ist die Linke jetzt mit einer Stadträtin vertreten. Im Nachbarlandkreis Ebersberg das gleiche Bild: zwei im Kreistag statt einem und je ein Vertreter in den Stadträten in Ebersberg und Grafing. Relativ gesehen ein deutlicher Zuwachs, in absoluten Zahlen jedoch bleibt es bei einer marginalen Präsenz.

Auch in Bad Tölz-Wolfratshausen haben die Linken zwar einen erkennbaren Zugewinn: Im Kreistag sind sie fortan mit zwei Sitzen vertreten, vorher war Sebastian Englich alleine dort. Allerdings war es das auch schon. In den Stadt- und Gemeinderäten gibt es sonst keine Vertreter der Linken.

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