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Let's dance:"Der Wahnsinn"

Sieger Rurik Gislason (links) und der Viertplatzierte Simon Zachenhuber bei der Tanzshow Let's Dance.

(Foto: RTL/oh)

Der Eittinger Profiboxer Simon Zachenhuber wird Vierter bei Let's Dance. Er ist nun einem Millionenpublikum bekannt

Von Regina Bluhme, Eitting/Köln

Der Lieblingstanz von Simon Zachenhuber ist seit kurzem der Paso Doble. Bis vor drei Monaten kannte der Profiboxer aus Reisen bei Eitting den Tanz höchstens vom Hörensagen. Das hat sich seit seiner Teilnahme an der RTL-Show Let's Dance geändert. In dem Turnier hat er es bis ins Halbfinale geschafft. Dass es dann mit dem Einzug ins Finale nicht geklappt hat, nimmt der 22-Jährige, der bislang keinen einzigen Boxwettkampf verloren hat, sportlich. Der Sieger, der isländischen Fußballprofi Rúrik Gislason, ist schon mal als Zuschauer zu Zachenhubers nächstem Kampf eingeladen.

14 Paare, ein Promi und jeweils ein Tanzprofi, waren Mitte März angetreten. Seither verfolgten immer um die rund vier Millionen Fernsehschauer, wie ein Paar nach dem anderen rausflog - Simon Zachenhuber kämpfte sich mit Partnerin Patricija Belousova jeden Freitag Abend live mit Jive, Tango, langsamen Walzer oder Cha-cha-cha durch. Durchkämpfen passt, denn der 22-Jährige hatte zuvor mit Tanzen nichts am Hut, geschweige denn jemals einen Tanzkurs besucht. Vier Tage die Woche bis zu elf Stunden Training, "es war echt hart", sagt Simon Zachenhuber. Er habe ja von Schrittfolgen oder Armführung keine Ahnung gehabt und dann sollte er immer das Kinn schön nach oben heben - für einen Boxer nicht gerade die ideale Kopfhaltung. "Jetzt heißt es endlich wieder: Kinn runter", sagt er lachend.

Auch wenn die mitunter sehr strenge dreiköpfige Jury nie die Höchstpunktzahl vergab, konnte der 22-Jährige auf eine begeisterte und ständig anwachsende Fangemeinde zählen und Zuschaueranrufe hatten bei der Bewertung ebenfalls Gewicht. Zunächst sei er schon enttäuscht gewesen, dass es mit dem Finale nicht geklappt hat, gibt er offen zu. "Aber es war eh der Wahnsinn, dass ich so weit gekommen bin." Der Ausflug in die Fernsehwelt sei einfach eine tolle Erfahrung gewesen, "ein großes Abenteuer, das ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen werde". Immerhin hatte er im Finale am vergangenen Freitag vor knapp fünf Millionen TV-Zuschauern noch einen Kurzauftritt mit dem Paso Doble.

Was ihn überrascht hat, sind die vielen Briefe und Geschenke, die ihn erreichen. "Vor allem die Unterstützung aus dem Landkreis Erding hat mich riesig gefreut", sagt der 22-Jährige. Nach dem Finale haben ihm ein paar Fans vor dem TV-Studio in Köln einen Minipokal überreicht mit der Gravur: "Sieger der Herzen". So ganz könne er den Hype gar nicht verstehen, sagt Zachenhuber, "ich bin ein ganz normaler Typ". Ein wenig außergewöhnlich aber doch: Seit 2018 trainiert er in Stuttgart als Profiboxer, hat dabei elf Profikämpfe absolviert, elfmal ungeschlagen.

"Jetzt ist wieder Boxen das Hauptthema", betont der 22-Jährige. Ein Turniertermin stehe noch nicht fest. Ganz vom Tanzen will er nicht lassen. Er werde versuchen, Einheiten ins Training einzubauen. Aktuell ist aber Urlaub angesagt. Wo, ist unbekannt. Eines der nächsten Ziele könnte glatt Mallorca sein. Ex-Let's-Dance-Konkurrent, Schlagersänger Mickie Krause, mit dem er sich ebenfalls angefreundet hat, habe ihn zu einer Veranstaltungen auf die Insel eingeladen. "Das mache ich auf jeden Fall."

© SZ vom 02.06.2021/van
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