Skulptur von Bildhauerin Martina Kreitmeier:Selbstbewusst zurück

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Skulptur von Bildhauerin Martina Kreitmeier: Die 2015 bei einem Holzbildhauersymposium entstandene Skulptur steht wieder am Sportplatz in Lengdorf.

Die 2015 bei einem Holzbildhauersymposium entstandene Skulptur steht wieder am Sportplatz in Lengdorf.

(Foto: Renate Schmidt)

Das Lengdorfer Kunstwerk "Perspektivwexxxsel" ist restauriert und wieder an seinem Platz. Im September 2021 hatten Unbekannte die Holzskulptur abgesägt, schwer beschädigt und in einen Bach geworfen.

Von Florian Tempel, Lengdorf

Die Holzskulptur "Perspektivwexxxsel" von Martina Kreitmeier ist vor zehn Monaten Opfer eines üblen und brachialen Kunstfrevels geworden. Im September vergangenen Jahres hatten bis heute unbekannte Täter die Skulptur nachts mit einer Japansäge an den Füßen abgesägt. Das Kunstwerk, eine nackte, schlanke junge Frau mit selbstbewusstem Blick, hat die Bildhauerin aus Altfraunhofen 2015 im Rahmen eines Holzbildhauersymposiums aus einem Eichenstamm geschaffen. Seitdem stand die Figur beim Sportplatz von Lengdorf und bildete eine Station auf einem der drei Skulptouren-Radwege durch den Landkreis Erding. Wolfgang Fritz, Holzkünstler aus Oberding und Organisator des Bildhauersymposiums, zeigte sich "sprachlos" angesichts der bösen Tat.

Die überlebensgroße Schöne blieb tagelang verschwunden. Bis zwei Buben sie, übel zugerichtet, in einem Bach fanden. Die Skulptur schien jedoch nicht mehr zu retten zu sein. Ein Arm war abgebrochen und fehlte komplett. Im Lengdorfer Gemeinderat begann man sogar schon zu überlegen, ob das malträtierte Kunstwerk wenigstens noch für einen guten Zweck versteigert werden könnte. Doch dann entdeckte die Lengdorferin Anita Schwarz den fehlenden, abgebrochenen Arm im Mehnbach. Das änderte wieder alles, wie in einer Pressemitteilung aus dem Lengdorfer Rathaus zu lesen ist: "Unter diesen neuen Vorzeichen hat man sich dazu entschlossen, die Reparatur in Auftrag zu geben." Holzbildhauerin Martina Kreitmeier hat ihr Werk selbst restauriert und leicht überarbeitet. Nun steht es wieder an seinem alten Platz, begrüßt und verabschiedet die Vorbeifahrenden gleichermaßen, selbstbewusst wie eh und je.

Kunstfrevel sind keine Seltenheit

Kunstfrevel dieser Art sind leider keine Seltenheit. Ende März dieses Jahres haben unbekannte Kunstfeinde Christiane Horns Bronzestatue des Heiligen Nepomuk auf der Brücke über die Strogen in Wartenberg vom Sockel gelöst und in das Flussbett gestoßen. Im Mai 2021 hatte der Kulturverein Isenwerk acht lokale Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die acht öffentlichen Anschlagtafeln im Gemeindebereich mit Kunst zu bestücken. Noch in der Nacht, nachdem die Werke gerade erst angebracht worden waren, fuhr ein Unbekannter die Stationen ab und zerstörte sieben von acht Werken. Im Mai 2020 wurde eine andere Holzskulptur von Martina Kreitmeier in Taufkirchen angekokelt.

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