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"Lela Lose":Regional und unverpackt

Haferflocken, Nudeln und anderes wird es im Lela Lose geben. Im Jahr 2018 haben die Kronpass-Schwestern einen Laden in Freising eröffnet.

(Foto: Marco Einfeldt)

Daniela Kronpass eröffnet jetzt auch in Erding einen Laden, der bei der Müllvermeidung helfen soll

Plastikmüll vermeiden und damit die Umwelt schützen: Dieses Ziel verfolgt Daniela Kronpass mit ihrem Unverpackt-Laden Lela Lose mit angeschlossenem Café in Erding. Nachdem sie mit ihrer Schwester im vergangenen Jahr in Freising den Laden "Fräulein Lose" eröffnet hatte, soll Anfang Dezember ihr Laden in der Freisinger Straße 3 in Erding eröffnet werden. Das Sortiment besteht hauptsächlich aus regionalen, biologischen und veganen Lebensmitteln und Haushaltsartikeln.

Bevor sich Kronpass für die Gründung eines Unverpackt-Ladens entschieden hat, hatte sie in der Gastronomie gearbeitet. "Da bekommt man so einiges mit. Zum einen werden so viele Lebensmittel weggeschmissen, und zum anderen entsteht durch die Verpackungen Müll." Daraufhin beschloss sie, dass es Zeit wäre, etwas zu ändern. Nachdem sie ihre Schwester eingeweiht hatte, wurde noch im gleichen Jahr "Fräulein Lose" in Freising eröffnet. Mehr als hundert Unverpackt-Läden gibt es bereits in Deutschland. Anfangs starteten die Läden hauptsächlich in Großstädten, doch immer mehr Gründer zieht es in Kleinstädte und Gemeinden, sagt Kronpass. "Ich bin in einer Facebook-Gruppe für Loseläden. Fast jeden Tag ploppt ein neuer Laden auf." In Erding fühle sich die gebürtige Münchnerin jetzt schon wohl. Beinahe täglich würden sie Mails von Erdingern erreichen, die sich erkundigen, wann es nun losginge.

Das System ist ganz einfach: Kunden bringen ihre eigenen Behälter mit und können die Lebensmittel direkt abfüllen. Das Behältnis wurde zuhause vergessen? Auch kein Problem - eine Notfallkiste mit Kundengläsern steht für diesen Fall bereit. Das Sortiment reicht von Nudeln, Süßigkeiten, Nüssen über Backzutaten bis zu Hygiene- und Haushaltsartikeln - alles in großen Glasbehältern zum Abzapfen. Auch für das leibliche Wohl wird im Lela Lose gesorgt: Kunden können im integrierten Café frühstücken und den ganzen Tag selbstgebackenen Kuchen essen. Bis jetzt gibt es in Erding kein vergleichbares Konzept, das auf Verpackungen verzichtet.

Ein Großteil des Sortiments kommt aus der Region. "Soweit es möglich ist, versuche ich, die Lebensmittel regional einzukaufen", sagt Kronpass. Immer sei es nicht möglich, doch auch dann werde versucht, die Transportwege so kurz wie möglich zu halten und zumindest aus Deutschland zu bestellen. Ein gutes Verhältnis zu den Lieferanten spiele eine große Rolle. "Da habe ich durch Fräulein Lose auf jeden Fall schon einen Vorteil, da ich bereits viele Lieferanten kenne und sie auch für Lela Lose gewinnen konnte." Die Zusammenarbeit mit einer Kaffeerösterei in Moosburg an der Isar oder mit dem Biohof Lex in Bockhorn seien wertvoll, alles funktioniere reibungslos. "Es ist schön zu wissen, woher die Lebensmittel kommen", sagt die Gründerin. 95 Prozent der angebotenen Lebensmittel werden bio und überwiegend auch vegan sein.

Für das nötige Startkapital des Lela Lose begann Anfang September ein Crowdfunding über Startnext. Die Spenden der fast 260 Unterstützer übertrafen das erste Fundingziel von 20 000 Euro und kamen mit circa 25 300 dem zweiten Ziel von 28000 Euro nahe. "Die meisten Spender waren tatsächlich Privatpersonen in und um Erding", sagt Kronpass. Das freut die Gründerin besonders. Auch bei dem Laden Fräulein Lose in Freising sammelten die Schwestern über Crowdfunding. Da kam viel Geld von allgemeinen Unterstützern des Konzepts, nicht unbedingt von Anwohnern, sagt sie. "Damit wird mir noch mal mehr gezeigt, dass es wirklich Interesse gibt in Erding."