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Landratskandidat Hans Schreiner:Klares Votum

Hans Schreiner fordert Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) heraus.

(Foto: Renate Schmidt)

Nach der Nominierung durch die Freien Wähler wird der Bockhorner Bürgermeister auch von den Grünen ohne Gegenstimme gekürt. Auch die SPD im Landkreis will ihn aufstellen

Mit einem klaren Votum ist Hans Schreiner (Freie Wähler) auch von den Grünen im Landkreis Erding zu ihrem Landratskandidat bestimmt worden. Der Bockhorner Bürgermeister wurde am Freitag bei der Nominierungsversammlung der Grünen in Grünbach ohne Gegenstimme gewählt. Von 38 Wahlberechtigten stimmten 37 für den 62-Jährigen, es gab nur eine Enthaltung.

"Ich freue mich über das gute Ergebnis", sagte Schreiner nach der Nominierung, "der Wechsel ist wirklich zu schaffen, wenn wir alle zusammen halten und Gas geben". Der Diplom-Agraringenieur ist seit 35 Jahren kommunalpolitisch tätig und seit fast 18 Jahren Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde. Schreiner hatte deutlich gemacht, dass er in zahlreichen Positionen mit den Grünen auf einer Welle liege. Schreiner lehnt eine Erdinger Nordumfahrung auf der aktuell zur Planfeststellung eingereichten Trasse ebenso ab wie eine dritte Start- und Landebahn am Flughafen. Wie die Grünen plädiert er für einen besseren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), aktiven Klimaschutz sowie mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz in der Kommunalpolitik.

"Wir wollen den Wechsel und die Weichen neu stellen", sagte Grünen-Sprecherin Helga Stieglmeier, "wir sind überzeugt, dass wir den richtigen Kandidaten haben." Schreiners Nominierung als gemeinsamer Kandidat von Freien Wähler, Grünen und der SPD sei ein "bayernweit einmaliges Projekt", bei dem Parteiinteressen "hintangestellt wurden". Stieglmeier, die auch Sprecherin der Kreistagsfraktion der Grünen ist, sagte weiter, sie hoffe, dass von 2020 an im Erdinger Kreistag demokratischer und ergebnisoffen diskutiert werde.

Unterstützung für Schreiner sicherte auch die Dritte Landrätin Gertrud Eichinger zu, die auch stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende ist: "Wir können alle von der gemeinsamen Kandidatur profitieren - das kann uns nach vorne bringen." Die Finsinger Bürgermeisterkandidatin befand, dass Schreiner mit seiner unaufgeregt-konstruktiven Art der richtige Landratskandidat sei. Das Bockhorner Gemeinderatsmitglied Martin Haindl (FW) sagte, dass Schreiner als Bürgermeister für eine Politik ohne Parteiengeplänkel gestanden habe: "Er macht seine Arbeit top, wir geben ihn ungern her."

Hans Schreiner stellte sich vor: Er ist auf dem elterlichen Bauernhof aufgewachsen, hat nach dem Abitur in Erding an der TU München studiert, war in einem Uniinstitut in Weihenstephan und später für den US-Konzern Intel tätig. "Meine Vita zeigt, dass ich für Veränderungen bereit bin." Er wolle sich für eine offene Gesellschaft und gelebte Demokratie einsetzen. Er könne nur eine Periode Landrat sein, wolle in diesen sechs Jahren aber das Arbeitsklima ändern und die Menschen in den Vordergrund stellen. Beim ÖPNV wolle er eine solide Grundversorgung. Bei den Krankenhäusern müssten Prioritäten gesetzt werden. Der Bio-Landwirtschaft könne er viel Positives abgewinnen. Die Nordumfahrung Erding sei "momentan nicht darstellbar".

Nach der jeweils einhelligen Nominierung durch die Freien Wähler und die Grünen folgt am 18. Oktober noch die Nominierungsversammlung der SPD.

© SZ vom 30.09.2019
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