Richtfest am Widnmann-Palais„Bautechnische Königsklasse“

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Richtfest beim Um- und Anbau des Alten Landratsamtes an der Langen Zeile. Das Gebäude soll Ende April 2027 bezogen werden. Die Kostenprognose liegt bei etwa 23,8 Millionen Euro.
Richtfest beim Um- und Anbau des Alten Landratsamtes an der Langen Zeile. Das Gebäude soll Ende April 2027 bezogen werden. Die Kostenprognose liegt bei etwa 23,8 Millionen Euro.
Thomas Daller
  • Das Widnmann-Palais in Erding feiert Richtfest für den Um- und Anbau des historischen Landratsamtes mit einer Kostenprognose von 23,8 Millionen Euro.
  • Der Umbau des denkmalgeschützten Palais von 1782 ermöglicht die Rückkehr von Landratsamts-Mitarbeitern und spart künftig sechsstellige Mietkosten jährlich ein.
  • Landrat Bayerstorfer bezeichnete das Bauprojekt als „bautechnische Königsklasse“ wegen der Kombination aus Denkmalschutz und modernen Anforderungen.
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Der Um- und Anbau des Alten Landratsamtes in Erding feiert Richtfest. Denkmalschutz und moderne Anforderungen haben dem Landkreis als Bauherren einiges abverlangt.

Von Thomas Daller, Erding

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Der Dachstuhl steht, das Gebäude nimmt Form an: Das Widnmann-Palais in der Erdinger Altstadt mitsamt den neuen rückwärtigen Anbauten hat Richtfest gefeiert. Landrat Martin Bayerstorfer sprach von einem Meilenstein für ein Gebäude, das die Heimatgeschichte tief geprägt habe. „Bauen im Bestand, noch dazu ein historisches Palais unter strengem Denkmalschutz, kombiniert mit einem Neubau mitten in der Altstadt – das ist bautechnisch die Königsklasse“, sagte Bayerstorfer. „Und diese Königsklasse hat uns einiges abverlangt.“

Das Frühklassizistische Palais wurde 1782 von Joseph Freiherr von Widnmann als Wohn- und Amtssitz errichtet. Widnmann war als Erdinger Landrichter ein Mann der Aufklärung und vereinte damals in einer Person die Aufgaben des Richters, des Polizeichefs und der Finanzverwaltung. Er galt als volksnaher Reformer, der sich für die Modernisierung der Landwirtschaft, den Brandschutz und vor allem für die Armenfürsorge engagierte.

Das Gebäude hat Kurfürstentum, Königreich, Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Bundesrepublik überdauert. Bis 1983 war es der Sitz des Erdinger Landratsamtes. Durch den Umbau und die Erweiterung ist es künftig möglich, Mitarbeiter des Landratsamtes, die bisher in angemieteten Büroflächen in Erding untergebracht sind, wieder in ein gemeinsames Verwaltungsgebäude zurückzuholen. „Dass wir nun mit dem Landratsamt hierher zurückkehren, schließt einen wunderbaren historischen Kreis“, sagte der Landrat. Zudem spare man künftig jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag an reinen Mietkosten ein.

Die aktuelle Kostenprognose beläuft sich auf 23,8 Millionen Euro

Bayerstorfer sprach auch die Kostenentwicklung an, die aus dem Ruder gelaufen waren: „Wir haben Ende 2023 und in der ersten Hälfte 2024 jede Planung noch einmal auf den Prüfstand gestellt und harte, aber richtige Entscheidungen getroffen. Wir haben das ursprünglich geplante Glasdach gestrichen. Wir haben uns gegen eine teure aktive Kühlung der Büros entschieden und setzen stattdessen auf ein Nachtlüftsystem. Wir verzichten auf den Passivhausstandard und haben bei den Innenverkleidungen im Dachgeschoss günstigere, aber ebenso funktionale Materialien gewählt. Bis heute ringen wir bei jedem Detail um die wirtschaftlichste Lösung.“ Die Kostenberechnung sei zuletzt bei 27,3 Millionen Euro gelegen. Nach aktuellem Stand gebe es jetzt eine Kostenprognose von 23,8 Millionen Euro, kündigte der Landrat an. Das sei ein schwieriger Spagat zwischen Denkmalschutz und eiserner Kostendisziplin gewesen.

Architekt Lenz Lehmair nannte das Gebäude „ein Stück gebaute Verwaltungsgeschichte“. Der Austausch mit der Denkmalpflege sei ein wesentlicher Teil der Arbeit gewesen. „Es gab intensive Diskussionen über Eingriffe in den historischen Bestand und dabei konnten wir gute Kompromisse erzielen. Der Neubau ergänzt den historischen Bestand, ohne ihn zu imitieren. Alt- und Neubau bilden ein gemeinsames Ganzes mit einem Innenhof, der einen Ort der Begegnung bildet sowie eine wichtige Verbindung in der Stadt.“ Er wünsche dem Haus, dass es ein Ort werde, der Bürgerinnen und Bürger willkommen heiße – und ein Ort guter Entscheidungen: ein Gebäude, auf das ganz Erding stolz sein könne.

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