LandkreisNiklas wütet

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Orkanschäden im Landkreis legen Bahnverkehr lahm

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Der Orkan Niklas wütet am letzten Apriltag auch im Landkreis: Tausende Pendler, die mit der S-Bahn oder der Südostbayernbahn nach München fahren wollen, sind davon betroffen. Die Züge enden in Markt Schwaben. Was nur die Taxifahrer freut. Im Auftrag des MVV befördern sie S-Bahnfahrgäste zwischen Markt Schwaben und dem S-Bahnhof Riem, wo die Pendler in Züge Richtung Innenstadt umsteigen können. Die Südostbayernbahn lässt zusätzlich von Markt Schwaben aus Busse zur U-Bahnstation Riem fahren und bietet damit eine zweite Möglichkeit, dem Münchner Stadtzentrum näher zu kommen. Wegen Schäden an den Oberleitungen geht es nicht weiter. Auch auf der Flughafentangente Ost gibt es Probleme: Eine starke Windböe hatte einen Lastwagenanhänger umgeweht. Zwei weitere Lastwagen und zwei Pkw wurden in den Unfall verwickelt - verletzt hat sich niemand. Auch bei den mehr als hundert weiteren Einsätzen, zu denen die Feuerwehren gerufen wurden, kam kein Mensch zu Schaden. Im Großen und Ganzen seien die Einsätze Sturm-Routine gewesen, sagt Kreisbrandrat Willi Vogl, und "nichts Kritisches". In etwa 75 Prozent der Fälle galt es, über Straßen und Wege gestürzte Bäume zur Seite zu räumen. Ein Fall sticht jedoch heraus: In Kloster Moosen stürzte ein entwurzelter Baum auf ein Gebäude des Kinderheims und richtet mehrere zehntausend Euro Schaden an. Bei aller Arbeit, die der Orkan den Feuerwehrleute bereitete, war jedoch eines positiv: Bis 18 Uhr hatte sich die Lage beruhigt und die Feuerwehrleute durften in den Feierabend gehen.

Für die Waldbesitzer ging die Arbeit erst los. Niklas war der stärkste Sturm seit Kyrill vor acht Jahren. Die Schäden in den Waldstücken im Landkreis sind nach einem ersten Überblick wohl nicht ganz so gravierend wie 2007, kämen aber nahe hin, sagt Rainer Mehringer, der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Erding. Mit den verheerenden Schäden des Orkan-Duos Vivian und Wiebke 1990 sei die Lage jedoch nicht zu vergleichen. Am stärksten wütete der Orkan in Dorfen, St. Wolfgang und Isen, und dort insbesondere in höheren Lagen. Insgesamt rechnet Mehringer "mit etwa 10 000 Kubikmetern Schadholz". Mehringer warnte eindringlich davor, in den kommenden Tagen in den Wald zu gehen: Selbst bei Windstille war die Lage noch höchst gefährlich. Angeknickte Bäume und Baumwipfel, die mehrere hundert Kilo schwer sein können, konnten noch immer abbrechen und mit enormer Wucht zu Boden stürzen.

© SZ vom 28.12.2015 / flo - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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