Mit ihrer Unterschrift auf Burg Karneid haben Landrat Martin Bayerstorfer und Bezirkspräsident Albin Kofler die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Erding und der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern offiziell besiegelt. Mit der Unterzeichnung der Urkunde verpflichten sich beide Partner im Namen ihrer Bevölkerung, dauernde freundschaftliche Verbindungen herzustellen. Auf allen Gebieten von gemeinsamem Interesse sollen die gegenseitige Beziehung und der Austausch gefördert werden – insbesondere in den Bereichen Soziales, Kultur, Umwelt und Mobilität. Gemeinsam wollen sich die Partner für ein tieferes Verständnis für den Geist und die Werte eines geeinten Europas einsetzen.
„Wir sind äußerst freundschaftlich empfangen worden und haben gleich gemerkt, dass unsere Partner auf Südtiroler Seite großes Interesse an einem intensiven Austausch haben“, sagte Bayerstorfer, der mit einer Delegation von Kreispolitikern angereist war. Ebenso anwesend waren Mitglieder der Bayern-Südtirol-Gesellschaft. In ihrem Umfeld waren die ersten Gespräche für die erste Regionalpartnerschaft eines Landkreises und einer Bezirksgemeinschaft geführt worden. Nach einer Präsentation der Besonderheiten der 13 beteiligten Gemeinden aus Salten-Schlern berichtete der Landrat von den zahlreichen Vorschlägen der Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Erding. Ziel sei es, die neue Verbindung in möglichst vielen Bereichen mit Leben zu füllen und auf eine breite Basis zu stellen.
Die Pläne für die Partnerschaft reichen bis ins Jahr 2017 zurück. Andreas Schatzer, der damalige Präsident des Südtiroler Gemeindeverbandes, hatte eine Delegation aus dem Landkreis Erding eingeladen. Da die Südtiroler zu diesem Zeitpunkt noch keine Gemeindegebietsreform umgesetzt hatten, interessierten sie sich vor allem dafür, welche Erfahrungen die Erdinger damit gemacht hatten. Im Laufe der Gespräche rückten weitere Themen wie Tourismus und Wirtschaftsförderung in den Fokus. Damals wurde erstmals über eine mögliche Regionspartnerschaft mit der Bezirksgemeinschaft Salten-Schlern gesprochen. Sie besteht aus zwölf Gemeinden, in denen etwa 50 000 Einwohner leben.

Während der Corona-Pandemie schliefen die Kontakte ein, aber sie rissen nicht ab. Sowohl Landrat Bayerstorfer als auch Staatsministerin Ulrike Scharf sind Vorstandsmitglieder der Bayern-Südtirol-Gesellschaft. Deshalb loteten sie aus, ob weiterhin der Wunsch nach einer Partnerschaft bestand. Die Resonanz fiel positiv aus: Der Bezirksrat von Salten-Schlern sprach sich für eine Zusammenarbeit mit dem Landkreis Erding aus und schuf damit die Voraussetzungen für die offizielle Partnerschaft.
Als Nächstes muss der Erdinger Kreistag den Text der Partnerschaftsurkunde offiziell billigen. Ebenso wurde bereits eine förmliche Einladung für die Vertreter aus Salten-Schlern für den Frühherbst ausgesprochen.
Weiterhin können sich interessierte Vereine und Gruppierungen, die an einem Austausch interessiert sind, im Landratsamt melden. Die Kontaktdaten werden dann passenden Partnern auf Südtiroler Seite zur Verfügung gestellt.

