Landkreis Erding Springkraut schadet einheimischen Pflanzen

Es gelangt über Handelsrouten ins Land, vertreibt immer stärker einheimische Pflanzen und schadet somit dem Ökosystem: das Springkraut. Doch um es loszuwerden, reicht ein Rasenmäher bei weitem nicht aus.

Schon seit 15 bis 20 Jahren gibt es im Landkreis unerwünschte Einwanderer. Keine Menschen, aber lebendig allemal. Nach Meinung von Naturschutzexperten sogar zu lebendig. Sogenannte Neophyten - Pflanzen, die Einzug in Gebiete halten, in denen sie nicht heimisch sind - vermehren sich im Landkreis und verdrängen heimische Gewächse. Ein besonders häufiger Gast ist hierzulande das Springkraut. Es erobert Bäche, Gräben und neuerdings auch Wälder.

Das Springkraut verdrängt einheimische Pflanzen und schadet dem Ökosystem.

(Foto: EBE)

Ziemlich hartnäckig" sei das Kraut, sagt Sebastian Hupfer, Kreisgruppenvorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz. Durch Handel und Export kommen die Samen in den Landkreis - verdrängen dabei heimische Pflanzen und schaden auch dem Ökosystem. Besonders Brennnesseln und wasserreinigende Pflanzen seien durch die Ansiedlung des Gewächses betroffen. Das Kraut, das von Frühjahr bis Herbst vorkommt, siedelt sich an den Bächen an und drängt Konkurrenten zurück. Die Brennnessel, die eine Heimstätte für Insekten und Schmetterlinge ist, geht als Nahrungsquelle verloren, wodurch der Naturhaushalt aus dem Gleichgewicht gerät. Durch die Wurzelsysteme erodieren die Ufer und werden destabilisiert. So können andere Pflanzen an diesen Stellen nur schwer oder gar nicht mehr siedeln.

Josef Irl, Schriftführer des Gartenbauvereins Lengdorf, sieht auch die schnelle Ausbreitung der Samen als großes Problem: "Die Samen können bis zu sieben Meter springen. Außerdem verbreiten sie sich durch die Bachläufe und die Tiere, die die Samen mittragen."

Auch die Beseitigung der hohen Gewächse, die im Jahr durchschnittlich über eineinhalb Meter hoch wachsen, sei besonders aufwendig. Abschneiden und ummähen reiche nicht, so Irl "Die müssen per Hand beseitigt und danach gesondert aufbewahrt werden. Im Anschluss müssen wir sie verbrennen." Erfolge waren so schon zu verzeichnen: Am Hirschbach in Pastetten konnte das Springkraut vollkommen eingedämmt werden.

Hupfer, der sich auch selbst für eine Initiative gegen die Eindringlinge engagierte, wünscht sich, dass man die Wirkungsweise von Springkräutern näher erforsche: "Vielleicht ist es ja möglich, sie für Biokraftwerke zu verwenden. So könnte man die Masse an Abfall wenigstens noch zum eigenen Vorteil nutzen."