Landkreis Erding:Kommunales Klimaschutznetzwerk geplant

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28 Kommunen könnten daran teilnehmen, sieben haben ihr Interesse bereits signalisiert

Von Antonia Steiger, Erding

Gerne wäre der Landkreis Erding bei der Energieagentur Ebersberg-München aufgesprungen, die die beiden Landkreise gegründet haben, aber es geht nicht. Wie Michael Perzl, Energieberater am Landratsamt Erding, den Kreisräten im Ausschuss für Bauen und Energie erklärt hat, gibt es keine Möglichkeit, dass diese Energieagentur ihre Aktivitäten auf den Landkreis Erding ausweitet. Die Energieagentur Ebersberg-München ist von staatlichem Format, sie hat 24 Mitarbeiter. Von solchen Dimensionen ist das, was sich nun im Landkreis Erding entwickeln soll, weit entfernt. Das kommunale Klimaschutznetzwerk, das sich im Landkreis nun gründen soll, sei immerhin ein erster Schritt, sagte Maria Feckl (Grüne). Sie hoffe, dass noch weitere Bausteine dazukommen.

Das kommunale Klimaschutznetzwerk soll vom Landkreis organisiert werden, das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (IfE) übernimmt die Ausführung, Die Laufzeit beträgt drei Jahre, geplant sind vier Netzwerktreffen. 28 Kommunen könnten daran teilnehmen, sieben haben ihr Interesse demnach bereits signalisiert. Zudem können sich Kommunen Hilfe holen, wenn sie Klimaschutzmaßnahmen konkret umsetzen wollen. Die Teilnahme kostet für jede Kommune etwa 1000 Euro pro Jahr, für eine detaillierte fachliche Beratung werden einzelne Tage abgerechnet zu 255 Euro pro Tag.

Feckl und den Grünen schwebt weit mehr vor. Sie sagte, ihr gehe das vernetze Handeln ab, dass zum Beispiel Kommunen gemeinsam einen Brunnen bohren. Auch bei der Mobilität gäbe es Synergien, die Gemeinden gemeinsam nutzen könnten. Es bleibe wenig Zeit, dem Klimawandel entgegenzutreten, betonte Monika Wenger (Grüne). Ihr entgegnete Landrat Martin Bayerstorfer (CSU), dass dazu mehr Engagement weltweit nötig sei. "Wir alleine reißen es nicht raus." Deutschland stelle ein Prozent der Weltbevölkerung. Deutschland verbrauche aber zwei Prozent der Energie weltweit, fügte Wenger an. Wichtig sei, dass man nicht zurückschrecke vor dieser Aufgabe, die in Angriff genommen werden müsse, das sagte der Bucher Bürgermeister Ferdinand Geisberger. Seine Gemeinde ist bereits in einem Verbund und arbeitet an einem integrierten Klimaschutzkonzept gemeinsam mit den Gemeinden Pastetten, Finsing, Forstern, Lengdorf, Walpertskirchen, St. Wolfgang und Isen. Auch bei diesem Konzept ist die IfE eingebunden. "Wir sind alle bestrebt, etwas zu machen", betonte auch Georg Nadler (SPD), Bürgermeister von Moosinning. "Wir können dabei profitieren von Gemeinden wie Buch, die sich länger in solch einem Netzwerk austauschen."

Auf Nachfrage von Monika Wenger erläuterte Perzl, dass an den vier moderierten Netzwerktreffen vor allem die Bürgermeister der Gemeinden und die technischen Mitarbeiter im Rathaus teilnehmen könnten. Für Unternehmen gebe es andere Möglichkeiten sich beraten zu lassen, hatte Perzl zuvor schon erläutert, zum Beispiel vom Energienetzwerk München-Oberbayern der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Die Privatbrauerei Erdinger Weißbräu hat ihm zufolge an einem Netzwerk des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer teilgenommen. Zusätzlich können sich Unternehmer von privaten Anbietern beraten lassen, daher sehe das Landratsamt in diesem Bereich keinen Handlungsbedarf.

Eine Energieagentur, wie sie die Landkreise München und Ebersberg gegründet haben, agiert dagegen sehr viel umfassender. Ihr Angebot richtet sich an Bürger, Unternehmen und Kommunen. Derzeit hat die Agentur 24 Beschäftigte an mehreren Standorten. Mit dem Bündnis "Die Klimaneutralen" bietet die Energieagentur zudem den Unternehmen eine Möglichkeit, zielgerichtet und individuell angepasst die eigenen Treibhausgasemissionen zu senken. Die Gemeinden haben sich zum Ziel gesetzt, mit den geplanten Maßnahmen 4990 MWh pro Jahr Primärenergie einzusparen. Das entspricht einer jährlichen Einsparung von 1331 Tonnen CO2. Wie es in der Vorlage der Verwaltung des Landratsamtes Erding heißt, haben die beiden Landkreise die Agentur zuletzt mit je 500 000 Euro unterstützt, für die kommenden Jahre soll diese Summe bis zu einer Million Euro anwachsen.

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