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Landkreis Erding:Die nächste Wahl im Blick

Die Freien Wähler im Landkreis Erding rüsten sich bereits für die nächsten Kommunalwahlen in drei Jahren. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für 2014 hat begonnen.

Die Freien Wähler rüsten sich bereits für die nächsten Kommunalwahlen in drei Jahren. Wie der Kreisvorsitzender Rainer Mehringer sagt, sind alle Mitglieder im Landkreis dazu aufgerufen, sich Gedanken über Kandidaten für eine Kreistagsliste zu machen. Dies werde die Hauptaufgabe des künftigen Kreisvorsitzenden sein, sagte Mehringer. Am 30. Juni wählt der Kreisverband einen neuen Vorstand. Ob er kandidiere, sei noch ungewiss, sagte Mehringer.

Der Kreisvorsitzende der Freien Wähler im Landkreis Erding, Rainer Mehringer (rechts) beim Neujahrsempfang der FDP mit Minister Martin Zeil. Die Freien Wähler rüsten sich bereits für die nächsten Kommunalwahlen in drei Jahren.

(Foto: Peter Bauersachs)

Abgeschlossen haben die Freien Wähler nun die Bestandsaufnahme, die Aufschluss darüber geben sollte, welche überparteilichen Listen und unabhängigen Wählergruppen im Landkreis überhaupt den Freien Wählern zuzurechnen sind und welche nicht. "In drei bis vier Gemeinden", so sagt Mehringer, stünden diese Listen, die zwar unter dem Motto der Überparteilichkeit antreten, der CSU nahe. Eine dieser Gemeinden ist Fraunberg: Im Gemeinderat sitzen - bis auf einen SPD-Gemeinderat - ausschließlich Angehörige von Wählergemeinschaften, aber kein Vertreter der CSU. Bürgermeister ist Hans Wiesmaier, er sitzt für die CSU im Kreistag.

In diesen Gemeinden werden die Freien Wähler keine Bemühungen unternehmen, eigene Gruppen zu gründen, sagte Mehringer. Im Sommer 2009, kurz nach seiner Wahl zum Kreisvorsitzenden, hatte er angekündigt, er wolle sich bemühen, auch in diesen Gemeinden eigenständig aufzutreten. Sollten sich jedoch Bürger an die Freien Wähler wenden, werde er hilfreich zur Seite stehen, sagte Mehringer. Man könne den Bürgern jedoch nicht etwas "überstülpen".

Das "gesamte Spektrum des Landkreises" soll die Liste der Freien Wähler abbilden. Daher seien jetzt schon alle aufgefordert, nach Interessenten zu suchen, "die gewillt sind sich einzubringen". Auch einen Landratskandidaten wollen die Freien Wähler aufstellen - und diese Personalie soll früher feststehen als beim letzten Mal. Damals hatten die Freien Wähler wenige Monate vorher Karl Heinz Jobst als Kandidaten aus dem Hut gezaubert, der in Margarete Euwens-Albrecht sogar noch eine Gegenkandidatin bekam. Mittlerweile ist Jobst bekanntlich aus der Kreistagsfraktion der Freien Wähler ausgetreten und wird zur ÖDP wechseln.

Mehringer ließ im Gespräch mit der SZ noch offen, ob er auch selber kandidieren werde und für welches Amt: Grundsätzlich sei er bereit, sich als Kandidat zur Verfügung zu stellen und "an der Demokratie mitzuwirken", sagte Mehringer. Ob er gerne Landrat oder Bürgermeister werden oder in den Bezirkstag oder Landtag einziehen wolle, das ließ Mehringer offen. Auch die Fortführung seiner Arbeit als Kreisvorsitzender erscheine ihm denkbar, sagte er weiter. Doch habe er "klare Vorstellungen", wie das Team um den Vorsitzenden auszusehen habe. Darüber werde demnächst zu reden sein.

Drei Tage lang haben sich der Kreisvorstand der Freien Wähler und einige andere Interessierte kürzlich in Klausur begeben. Während dieser drei Tage war nicht nur vom Wahlkampf, sondern auch vom Umgang miteinander die Rede. "Persönliche Angriffe werden nicht mehr geduldet", fasst Mehringer das Ergebnis zusammen. Im Herbst 2010 hatte es gewaltig rumort bei den Freien Wählern, weil Mehringer mit Hans Egger aneinandergeraten war wegen der Gründung von Arbeitskreisen. Anschließend hatte Mehringer sein Amt für kurze Zeit ruhen lassen. Solche Vorgänge sollen sich nun nicht mehr wiederholen.