Landkreis Biberfamilie darf bleiben

Wasser und Bäume, ein Biber braucht beides. Der Damm des Isar-Kanals muss aber baumlos sein.

(Foto: Patrick Pleul/dpa)

Gehölzumbau am Mittlere-Isar-Kanal wird fortgesetzt

An diesem Montag haben die Arbeiten zum Gehölzumbau an den Dämmen des Mittlere-Isar-Kanals zwischen der Autobahn A 99 im Westen und der B 471 im Osten begonnen. Der 2,8 Kilometer lange Kanalabschnitt liegt im Gemeindegebiet von Ismaning. Zusätzlich zum Gehölzumbaus wird in Abstimmung mit dem für Südbayern zuständigen Biberberater an der Dammböschung entlang des sogenannten nördlichen Seitengrabens ein Biberschutzgitter auf einer Länge von 1,2 Kilometer eingebaut, teilt die Kraftwerks-GmbH Uniper mit. So müsse die dort ansässige Biberfamilie nicht umgesetzt werden, könne aber auch keine sicherheitsrelevanten Schäden am Damm verursachen. Beide Maßnahmen, die mit den Genehmigungsbehörden abgestimmt wurden, zielen auf den Erhalt der Standsicherheit des Kanaldamms.

Gleichzeitig bewirkt die Maßnahme eine Erhöhung der Vielfalt des Lebensraums im Sinne der Biodiversität, da neben den verbleibenden Gebüschflächen neue Offenlandflächen entstehen, die Entwicklungsmöglichkeiten für wiesentypische Tagfalter und anderer Insekten bieten werden. Weil auch stärkeres Stammholz der einzelnen zu entnehmenden Bäume am Ort bleiben wird, könne sich zusätzlich wertvolles Alt- und Totholz ausbilden.

Die Deutsche Industrie Norm (DIN) legt für die Dämme und Deiche fest, dass dort weder Bäume noch flächendeckend Buschwerk vorhanden sein darf. Größere Bäume an der Dammböschung gefährden durch ihre Wurzeln vor allem die Standsicherheit. Bei Windwurf können sie mit dem Wurzelbereich den Damm großflächig schädigen. Im unteren Dammdrittel müssen zudem Büsche weichen, weil sie die regelmäßigen Sichtkontrollen auf Durchsickerungen und andere, möglicherweise schadhafte Stellen behindern. Ziel sei daher eine nicht mit Großbäumen bewachsene, im unteren Drittel gehölzfreie Dammböschung. Die dazu notwendigen Arbeiten erfolgen aus Rücksicht auf die Vogelbrutzeit im Winterhalbjahr und würden durch eine Umweltbaubegleitung kontrolliert und dokumentiert.