Lagerhaus in Dorfen Wastl bleibt

Seit vergangenem Mittwoch wird auf dem Grundstück in der Mitte von Dorfen gebaut, zum dritten Mal in diesem Jahrtausend. Erich Wastl will die Halle künftig nur noch als Unterstellplatz für seine Fahrzeuge nutzen.

(Foto: Renate Schmidt)

Das Gebäude brannte zweimal nieder, jetzt wird es erneut aufgebaut

Von Philipp Bovermann, Dorfen

Eine "landwirtschaftliche Lagerhalle" wird es nicht mehr werden, damit hat Erich Wastl keine allzu guten Erfahrungen gemacht. Aber er hat sich durchgesetzt mit seinem Wunsch, in Dorfen schräg gegenüber der Metzgerei Widl an der Rosenaustraße, zwei Minuten Traktorfahrt vom Rathausplatz entfernt, eine Garage für seine Fahrzeuge bauen. Auf dem Grundstück seiner Familie stand schon vor achtzig Jahren, als Wastl auf die Welt kam, eine Lagerhalle für landwirtschaftliches Material. 2003 zündete sie ein Brandstifter an. Düngemittel, Dieseltanks, Druckgussflaschen und der hölzerne Dachstuhl brannten lichterloh. 120 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen das Feuer. Wastl ließ die Halle wieder aufbauen - 2013 brannte sie erneut nieder. Die Hitzeentwicklung war so enorm, dass die Kripo Erding keine eindeutigen Hinweise finden konnte, wie es diesmal zum Brand gekommen war.

Die angrenzenden Gebäude mussten evakuiert werden, denn die Lagerhalle befand sich in einem Wohngebiet. Fortan, so legte die Stadt Dorfen letztes Jahr in einem Bebauungsplan fest, sollte das Gebiet nur noch zum Wohnen genutzt werden dürfen. Nicht mehr für etwaig wieder zu errichtende landwirtschaftliche Lagerhallen. Nach dem ersten Brand hatte Wastl vom Landratsamt Recht bekommen, als er gegen die Entscheidung der Stadt klagte, ihm keine Baugenehmigung mehr zu erteilen. Das sollte der Bebauungsplan verhindern.

Aber auch in Wohngebieten darf man Hallen bauen, um darin Dinge zu lagern, sofern diese Dinge Fahrzeuge sind. Im Februar beantragte Wastl also eine "Notüberdachung für Kfz-Stellplätze": eine Garage. Er wolle sie nun dafür nutzen, seine Traktoren und Anhänger unterzustellen. Damit war die Stadt Dorfen einverstanden. Zuvor hatte sie ihm Stellplätze außerhalb der Stadt angeboten, aber die wollte er nicht: "Kommt gar nicht in Frage. Wir bleiben da." Sein Wohnhaus befindet sich auf demselben Grundstück wie die Halle. "Wohnhaus und Geschäft gehören zusammen." Er könne dort bei der Haager Straße rein und auf der anderen Seite zur Rosenaustraße mit dem Lastzug wieder rausfahren. Ob er nicht daran denke, sich zur Ruhe zu setzen und die Landwirtschaft aufzugeben? "Die Sonne geht über Dorfen auf wie über Madeira." Soll heißen: Der Lebensabend unter Palmen wird auf unbestimmte Zeit verschoben.