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Kultur:Museumsreife Schutzmasken

Museum Erding erweitert Corona-Sammlung

Das Bild zeigt Harald Krause, den Leiter des Museums Erding, vor einer kleinen Auswahl der Corona-Sammlung.

(Foto: Museum Erding)

Das Museum Erding sucht Fotografien, die den Alltag für die Nachwelt dokumentieren

Sie hängen am Hals, am Kinn oder baumeln von einem Ohr herab. Das Tragen von Mund-Nasen-Masken ist vielerorts Pflicht und gehört mittlerweile zum Alltag. Das Museum Erding war eines der ersten Häuser, das in Bayern begonnen hat, Objekte der Corona-Krise zu sammeln. Bereits in Zeiten von Lockdown und strengen Ausgangs- beziehungsweise Kontaktbeschränkungen im April gab es einen öffentlichen Aufruf. Jetzt sind Fotos gefragt, die den Alltag mit Schutzmasken zeigen. Gesucht werden laut einer Pressemitteilung der Stadt Erding Fotodokumente zu folgenden Szenarien: Wie wird der Mund-Nasen-Schutz im Alltag getragen, wenn er gerade nicht verwendet werden muss? Um den Hals, am Kinn, über ein Ohr gehängt, am Handgelenk oder am Oberarm? Wo wird der Gesichtsschutz im Auto, auf dem Fahrrad oder im Privaten aufbewahrt? Am Rückspiegel, dem Lenker, auf der Wäscheleine oder an einer Pinnwand? Wie werden Schutzmasken während der Arbeit, beim Einkauf, im Sport, in der Freizeit am Badesee und im Urlaub oder auf Reisen getragen? Das Ziel: Heute typische und allgegenwärtige Verhaltensmuster werden damit für nachfolgende Generationen dokumentiert. Museumsleiter Harald Krause und Sammlungsleiterin Elisabeth Boxberger suchen Motive aus unterschiedlichen Lebensbereichen, Gesellschaftsschichten und aus allen Altersgruppen in Stadt und Landkreis Erding.

Das Museum war eines der ersten, das in Bayern begonnen hat, Objekte der Corona-Krise zu sammeln. Die Landkreisbewohner wurden aufgerufen, Dokumente eines Alltags mit Ausgangssperre und Ladenschließungen aufzubewahren und auf Fotos und Videos festzuhalten. "Mit großem, deutschlandweit beachtetem Erfolg", wie die Pressestelle der Stadt mitteilt. Bislang gingen mehr als 300 digitale Einsendungen oder Objekte von mehr als 80 Personen in der städtischen Sammlung ein oder wurden als Schenkung übergeben.

Die Bilder reichen vom leergekauften Klopapierregal bis zum gehäkelten Corona-Kugel-Mobile. Die Objekte kommen aus ganz Deutschland, zum Großteil aber aus Bayern, darunter auch ein Verpackungskarton von Schutzmasken "Made in China". Ein besonders Objekt ist die bis auf den Stumpen heruntergebrannte Osterkerze, die die Mesnerin von St. Martin in Langengeisling abgegeben hat. Weil wegen der Versammlungsverbote keine Gottesdienste vor und an Ostern stattfinden durften, hatte sie die Kerze brennen lassen für alle, die zum Gebet in die Kirche kamen.

Teilnehmer senden die Fotografien unter Angabe der dargestellten Person oder Personen, des Bildrechteinhabers und einer kurzen Beschreibung und Datierung per E-Mail (museum@erding.de) an das Museum Erding. Mit der Einsendung erhält das Museum das Einverständnis, die Fotografien dauerhaft ins Bildarchiv aufnehmen und ausstellen zu dürfen.

© SZ vom 28.08.2020 / regi

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