Kronthaler Weiher Sportler sind willkommen

Die Sportgeräte und Felder am Erholungsgebiet Erding Nord ziehen viele Interessenten an. Wer sich anmeldet und gut benimmt, ist gerne gesehen.

(Foto: Renate Schmidt)

Erding verzichtet auf ein Verbot für Fitnesskurse von gewerblichen Anbietern im Naherholungsgebiet. Die Stadt setzt auf Rücksichtnahme und legt nur ein paar Regeln fest

Von Antonia Steiger, Erding

Man versucht es mal mit Gelassenheit: Auch künftig dürfen Sportgruppen am Kronthaler Weiher aktiv sein, auch wenn es sich um ein kommerzielles Angebot handelt. Künftig müssen sie aber drei Bedingungen einhalten: Sie müssen sich anmelden, sie müssen sich auf eine kleine Fläche beschränken und sie dürfen keine Musik laufen lassen. Damit reagiert die Politik auch auf Zurufe aus der Bürgerschaft, wie OB Max Gotz (CSU) in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses sagte. Nach ersten Überlegungen, diese Nutzungen einzuschränken, haben sich ihm zufolge viele gemeldet, die gerne weiter Sport in der Gruppe und unter freiem Himmel treiben wollen.

Es hatten sich aber auch schon einige Stadträte im Juli 2018 bei der ersten Diskussion im Verwaltungs- und Finanzausschuss dafür ausgesprochen, dass die Stadt die Flächen am Weiher freigeben solle für Sport, Yoga und Fitness - auch wenn es sich um gewerbliche Angebote handle. Helga Stieglmeier (Grüne) wiederholte auch jetzt ihre Meinung, dass es gut sei, wenn die Stadt hier "nicht so restriktiv" vorgehe. Die Sportreferentin Janine Krzizok (CSU) vertrat die Auffassung, dass die Sportangebote am Weiher "gute Laune" ausstrahlten. Sie würde es begrüßen, wenn auch im Stadtpark, wenn er dann fertig saniert ist, diese Angebote zugelassen werden; Gotz signalisierte bereits Verständnis.

Jetzt bleibt abzuwarten, wie sich dieses grundsätzliche Entgegenkommen von Politik und Verwaltung in der Praxis bewährt. Willi Scheib (SPD) erinnerte daran, dass es auch schon zu Streitereien am Weiher gekommen sei, weil Sportgruppen andere Personen vertrieben hätten mit Verweis darauf, dass sie als Gruppe ein Recht auf diese und jene Fläche habe. Regeln könne man dies gar nicht, sagte Gotz auf Scheibs Frage. "Dann bräuchten wir einen Platzwart, aber das machen wir nicht." Konfliktträchtig ist offenbar die Nutzung der Sandplätze, die eigentlich Handballfelder darstellen, die aber auch von Hobbyfußballern gerne genutzt werden. Der Staat könne nicht alles regeln, sagte Gotz. Er hoffe auf Einsicht auf allen Seiten. Mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand wäre es auch verbunden, wenn die Stadt Geld für die Nutzung der Flächen verlangen würde. Dann bräuchte es eine Gebührenordnung, aber auch die will Gotz nicht erlassen. Diese kostenfreie Nutzung war ursprünglich - außer den Konflikten vor Ort mit anderen Besuchern am Weiher - ein wichtiger Grund, weswegen sich die Politik mit der Nutzung der öffentlichen Freiflächen auseinandergesetzt hatte. Denn die Stadt verbietet eigentlich auf allen öffentlichen Flächen gewerbliche Nutzungen jeder Art. Dass dann auch der Stadttriathlon und der Stadtlauf, die beide quer durch die Innenstadt über Straßen führen, hinterfragt werden müsse, wie Josef Biller (CSU) in der Sitzung im Juli im Sommer angemerkt hatte, brachte den einen oder anderen zum Nachdenken. Vereine betrifft die Regelung ohnehin nicht.

In der überarbeiten Satzung für das Erholungsgebiet Erding-Nord heißt es nun, dass gewerbliche Anbieter von Sport-, Fitness- und Yogakursen auf Antrag zugelassen werden, "wenn andere Erholungssuchende dadurch nicht erheblich gestört werden". Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Anbieter aus Erding kommt.