Kronthaler Weiher:Bedingt lernfähig

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Kronthaler Weiher: So parkt man richtig am Kronthaler Weiher. Die Anzahl der Stellplätze reicht jedoch nicht aus, und das könnte schlimme Folgen haben.

So parkt man richtig am Kronthaler Weiher. Die Anzahl der Stellplätze reicht jedoch nicht aus, und das könnte schlimme Folgen haben.

(Foto: Renate Schmidt)

Zahllose Badegäste parken wiederohne Rücksicht auf Verbote. Für das kommende Wochenende kündigt die Polizei harte Maßnahmen an

Von Christoph Seeger, Erding

Auch am vergangenen Wochenende ist es am Kronthaler Weiher wieder zu starken Verkehrsbehinderungen aufgrund von widerrechtlich abgestellten Fahrzeugen gekommen. Laut dem Vorsitzenden der Erdinger Wasserwacht, Bernd Janowsky, war es das bisher besucherreichste Wochenende dieses Sommers. Allerdings sind solche enormen Besucherzahlen an den heißen Sommerwochenende nichts Neues für ihn. Auffällig hingegen sei es jedoch, dass dieses Jahr besonders viele Besucher alleine mit dem Auto anreisen würden. Dies verschlimmere die ohnehin schon angespannte Parkplatzsituation zunehmend, vor allem vor dem Hintergrund, dass aktuell der Parkplatz am Weiher umgebaut wird.

Durch die unzähligen falsch parkenden Fahrzeuge kommt es immer wieder zu Problemen für die Erdinger Wasserwacht. Die Behinderungen gehen mittlerweile sogar so weit, dass die Einsatzkräfte im Notfall kaum bis gar nicht mehr ausrücken könnten. "Gott sei Dank ist noch nichts größeres passiert", meint Janowsky. "Im Notfall geht es bei der Wasserrettung um Sekunden." Die Wasserwacht Erding ist neben der Sicherung des Kronthaler Weihers auch oft außerhalb von Erding im Einsatz. So unterstützt sie ihre Kollegen in Moosburg oder an anderen Orten im Umkreis.

Trotz eines mehr als 10 000 Mal aufgerufenen Informationsposts der Wasserwacht auf Facebook, den mehr als hundert Menschen geteilt hätten, parkten viele Fahrer wieder im absoluten Halteverbot. Die Halter diese Fahrzeuge nehmen damit in Kauf, dass die Wasserwacht im Notfall nicht zu ihren Rettungseinsätzen ausrücken kann. Auch eine umfassendere Beschilderung durch die Stadt Erding konnte dieses Problem bisher nicht lösen.

Allerdings leiden auch Anwohner und Grundstückseigentümer unter den enormen Massen an Besuchern. Besonders dreist: Einige Besucher funktionierten in Eigenregie am vergangenen Wochenende eine Wiese neben der Johann-Sebastian-Bach-Straße zu einem provisorischen Parkplatz um. Wie die Stadt Erding bestätigte, handelt es sich bei diesem Grundstück nicht um städtisches Eigentum, sondern um Privatbesitz. Zudem wurden auch einige Einfahrten im Bereich um den Weiher von Besuchern zugeparkt.

Die Maßnahmen gegen die Verkehrssünder zeigten bisher allerdings wenig Wirkung. Zwar kontrolliert das Ordnungsamt der Stadt Erding laut Pressesprecher Christian Wanninger routinemäßig das Gebiet um den Kronthaler Weiher, eine wirklich abschreckende Wirkung hat dies aber offensichtlich nicht. Für das Abschleppen von Fahrzeugen ist die Polizeiinspektion Erding zuständig, die am vergangenen Wochenende aber aufgrund einer hohen Einsatzdichte nicht wie angedacht gegen die Unmengen an Falschparkern vorgehen konnte, wie Harald Pataschitsch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Erding, sagte. Das dürfte sich allerdings zeitnah ändern. Laut Pataschitsch wird die Polizei in Zukunft hart durchgreifen. Geplant ist es, vom kommenden Wochenende an konsequent jedes falsch geparkte Fahrzeug mit einem Verwarngeld in Höhe von 70 Euro zu belegen. Anschließend wolle man den Fahrzeughaltern per Durchsage die Chance geben, ihre Fahrzeuge zu entfernen. "Wer dann noch steht, wird abgeschleppt" sagt Pataschitsch. Näheres zu den geplanten Maßnahmen gibt die Polizei im Laufe der Woche bekannt.

Diese Neuigkeiten wird Anwohner wie auch Wasserwacht freuen. Am besten für alle wäre es ohnehin, meint Bernd Janowsky, wenn die Besucher einfach auf dem Volksfestplatz parken würden. Von dort aus wären sie nicht nur schnell am Weiher, auch die Parkplatzsuche bliebe ihnen erspart. Dort ist genügend Platz.

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