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Kreisjugendring Erding:Fleißig am Planen

Für Zahlungen an den Kreisjugendring muss der Landkreis eine Vertragsgrundlage schaffen, mahnt der Prüfungsverband

Von Regina Bluhme, Erding

Bei einer Rechnungsprüfung für die Jahre 2015 bis 2019 ist der Bayerische Kommunale Prüfungsverband beim Landkreis fündig geworden. Es habe sich herausgestellt, dass für die Zahlungen an den Kreisjugendring (KJR) die Rechtsgrundlage fehle, informierte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) vor kurzem die Mitglieder des Kreisausschusses. Der Landkreis muss nun eine entsprechende vertragliche Grundlage schaffen. Währenddessen hat die Geschäftsstelle des KJR auch in der Pandemie gut zu tun. Unter anderem kümmert sie sich um die Buchungen für den Kreisjugendzeltplatz am Notzinger Weiher, und dieser ist trotz oder vielleicht sogar wegen Corona bereits sehr gut gebucht.

Wie die künftige vertragliche Vereinbarung zwischen KJR und Landkreis konkret aussehen wird, ist aktuell nicht absehbar. Die Pressestelle des Landratsamts schreibt auf Nachfrage, dass sich die Planungen für eine Vereinbarung "noch im Anfangsstadium befinden". Auch KJR-Geschäftsführer Reinhard Egger hält sich gegenüber der SZ bedeckt. Ihm sei nur wichtig, "dass die Jugend weiterhin die Freiheit hat, sich selber zu organisieren".

Bislang war der jährliche Haushaltsantrag des KJR nach Vorberatung im Jugendhilfeausschuss vom Kreistag beschlossen worden. Nach Zuschusskürzungen der freiwilligen Leistungen sollte dieses Jahr eine von Landrat Bayerstorfer vermittelte Spende der Sparkasse den Minderbetrag auffangen. Der KJR bedankte sich, betonte aber zugleich, dass er unterm Strich mit weniger Geld auskommen müsse und seine Arbeit nicht auf Spenden angewiesen sein dürfe. Es knirschte gewaltig. Der Antrag von SPD-Sprecherin Ursula Dieckmann, der Kreistag solle die bereits beschlossene Kürzung von KJR-Mitteln in Höhe von 20 000 Euro wieder zurückzunehmen, fand trotz der Unterstützung von Kreisräten der Grünen und einiger Freier Wähler keine Mehrheit.

Für den KJR Erding hat Egger inzwischen eine Innenrevision beim Bayerischen Kreisjugendring beantragt. Das hätte eigentlich schon zu seiner Amtsübernahme im Dezember 2018 geschehen sollen, erklärt Egger. Jetzt, wo die Weichen ohnehin neu gestellt würden, sei ein guter Zeitpunkt für diesen Schritt.

Er wolle nach vorne sehen und wieder Ruhe reinbringen, betont Egger. Die Arbeit laufe ja weiter, pandemie-bedingt vor allem online, aber durchaus erfolgreich. Beispiel Jugendleiter-Schulungen: Hier werden demnächst sieben Schülerinnen des Gymnasiums Dorfen mitmachen. Noch seien Plätze frei. Ausgebucht hingegen ist die vom KJR organisierte Ferienfreizeit nach Werfenweng, und auch für "Die Reise in die digitale Welt" und "Naturerleben mit naturpädagogischen Spielen" jeweils am Notzinger Weiher im Sommer sind alle Plätze vergeben. Der neue Kreisjugendzeltplatz am Notzinger Weiher, erst im Sommer 2019 eröffnet, sei sehr beliebt, erklärt Reinhard Egger. Die Buchungen managt der Kreisjugendring. "Es läuft gut." Für den Sommer liegen bereits mehrere Anmeldungen vor, zum Beispiel von der evangelischen Dekanatsjugend und von den Ministranten aus Finsing. Auf jeden Fall eingeplant ist eine Woche im August für Pflegefamilien. Anfragen für den Notzinger Weiher habe der KJR Erding aber auch von Vereinen aus Rosenheim, Peißenberg, aus Fulda und sogar aus dem mehr als 600 Kilometer entfernten Jülich in Nordrhein-Westfalen erhalten.

Wie sehr Corona die Planungen durchkreuzen wird, sei nicht absehbar, aber er sei auf jeden Fall "vorsichtig optimistisch", betont KJR-Geschäftsführer Egger. Die Arbeit des Kreisjugendrings Erding werde auf jeden Fall nicht weniger werden, das sei sicher. "Wir stehen vor großen Herausforderungen, es wird viel Begleitung brauchen."

© SZ vom 14.05.2021
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