Lesermeinung:Wie wäre es mit Waschbären?

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Zum Artikel "Vielleicht geht doch was" in der Süddeutschen Zeitung vom 13. April:

Hinsichtlich einer möglichen Lösung des Saatkrähen-Problems in Erding durch genehmigte Entnahmen sollte man nicht allzu viel erwarten. Bei einer, in der Literatur mit etwa 55 Prozent bezifferten, natürlichen Sterberate der ein- bis zweijährigen Jungtieren hat die Entnahme etlicher erlegter Tiere keinen wirklichen Einfluss auf die Population.

Da bei den Krähen nur brutfähige Altkrähen zur vermehrungstauglichen Kaste zählen, hätte der Abschuss von Angehörigen der "Nichtbrüter-Kaste" kaum eine Wirkung. Auch die viel klügeren und deshalb viel schwieriger zu erbeutenden Brutkrähen würden im Fall des Abschusses rasch von Nachrückern aus den Reihen der Nichtbrüter ersetzt.

Kein Aprilscherz: In der Literatur über Waschbären wird belegt, dass diese Kletterkünstler verschiedentlich sowohl Kormorane als auch Graureiher aus ihren Brutrevieren vertrieben haben. Weshalb nicht einmal den Versuch unternehmen und dieser, in unterschiedlichen Dichten in Deutschland vorkommenden Art Besiedlungsanreize bieten? Dies könnte geschehen durch Anbringen von sogenannten Kobeln, also Behausungen in den von Krähen besiedelten Bäumen und Verabreichung von zum Beispiel reichlich Fallobst oder Dörrobst und ähnlichem, zumal zum Winterausgang, wo Waschbären in einen Nahrungsengpass geraten.

Eine fachgerechte Auswilderung von Gehege-Tieren wäre, nach Überwindung bürokratischer Hürden, durchaus auch denkbar. Auch diese müsste begleitet werden von Maßnahmen, die den Kleinbären den Aufenthalt im Brutgebiet der Krähen besonders attraktiv macht.

Karl Heinrich Knörr, Walpertskirchen

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